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Jeeptour zur größten Salzwüste der Welt

Die Trennung vom touristischen, tiefenentspannten San Pedro de Atacama in Chile fiel uns nicht leicht, doch die Zeit drängte. Wir hatten uns für Anfang November mit Dani, einer Freundin aus Hamburg, in La Paz zum Weiterreisen verabredet. Dani machte vorher eine Gruppenreise, deren Route sich ab einem gewissen Punkt mit unserer deckte. Der Vorsprung, den wir anfangs vor ihrer Gruppe hatten, war in Salta zusammengeschmolzen, sodass wir uns jetzt sputen mussten, um rechtzeitig in La Paz zu sein. Also buchten wir kurzerhand eine Drei-Tages-Tour, die uns durch die Berge nach Bolivien in die mit 10.000 Quadratkilometern größte Salzwüste der Welt führen sollte. 

Bienvenido a Bolivia

Grenzhaus zu Bolivien

Grenzhaus zu Bolivien

Das Grenzhäuschen mit den gut gelaunten Bolivianern erwartete uns nur eine kurze Fahrt hinter San Pedro. Die Grenzer identifizierten uns sofort als Deutsche, denn sie begrüßten uns mit „Guten Morgen“. Noch ehe wir darüber nachdenken konnten, war der bolivianische Stempel in unseren Pässen und wir machten uns auf die Suche nach den Geländewagen, in denen wir die nächsten drei Tage verbringen sollten.

 

Pisten und Playlisten

Sobald wir die Grenze passiert hatten, wurden die Straße zur Wüstenpiste. Der Fahrer unseres Geländewagen, Gabriele, konnte kein Englisch und stand offensichtlich auf Musik aus den 80ern, sogar etliche deutschsprachige Songs waren darunter: Nenas „99 Luftballons“ ebenso wie Falcos „Kommissar“ und selbst Dschingis Khans „Moskau“ sangen wir lautstark mit.

 

Tag der Lagunen

Am ersten Tag passierten wir diverse bunte Lagunen – mal weiß, mal grün, mal rot – in den Anden und fotografierten überschwänglich die ersten Flamingos und Lamas. Mit von der Höhe schmerzenden Köpfen tranken wir schließlich in der Unterkunft mitten im Nichts unseren ersten Tee mit echten Coca-Blättern. Und ja, er hilft wirklich. Vor der ersten Nacht, die wir im 5er-Schlafsaal verbringen sollten, graute uns, hatte die Agentur uns doch auf Temperaturen um die -10 Grad vorbereitet. In voller Montur mit Mützen, Handschuhen und Lagen von Wolldecken schliefen wir eingemummelt in unsere Schlafsäcke der Kälte trotzend ein.

 

Baum aus Stein, Hotel aus Salz

Der zweite Tag führte uns zu surrealen Felsformationen wie dem Steinbaum, zwischen kaum erkennbaren Schotterpisten quälte der Toyota sich Hügel hinauf und hinunter bis zu unserer letzten flamingobesetzten Lagune. Nachmittags erreichten wir das Salzhotel, dessen Wände, Tische und Stühle aus Salz waren und dessen Böden mit Massen von feinstem Salz überdeckt waren – an sich eine gute Idee, führte es in der Praxis dazu, dass wir überall Salz kleben hatten.

 

Sonnenaufgang in der Salzwüste?

Am nächsten Morgen mussten wir bereits um 3.15 Uhr aufstehen, denn um 4 Uhr fuhren wir los, um den Sonnenaufgang in der Salar de Uyuni zu erleben. Ob es an Gabrieles gewohnt langsamer Fahrweise oder am bewölkten Himmel lag – als wir mit dem Wagen anhielten, war von Sonnenaufgang nicht mehr viel zu sehen. Dafür entschädigte uns eine Insel voller Kakteen (Isla Incahuasi). Kakteen, so lernten wir, wachsen pro Jahr nur 1 cm! Einige der meterhohen Kakteen waren also schon hunderte Jahre alt.

 

Fotosession in der Salar de Uyuni

Nach dem Frühstück ging es weiter zum Highlight des Tages: der Fotosession in der Salzwüste.

 

Und hier das Making of des Gruppenfotos:

 

Uyuni und Cementerio de Trenes

Die Tour endete mit einem Besuch auf dem Zugfriedhof von Uyuni, bevor wir in Uyuni auf 3675 m Höhe abgesetzt wurden.

11 Kommentare zu “Jeeptour zur größten Salzwüste der Welt

  1. Julia

    Die Fotos hauen mich um. Selbst in der mobilen Funktion und in klein.
    Wenn die Fotos so schon super sind , dann kann man sich vorstellen wie
    Beeindruckend es in Real Life gewesen sein muss.
    Viele Grüsse

    1. Claudia Autor des Beitrags

      Dankeschön 🙂 Die Landschaft war wirklich der Hammer. Die Farben und Formen der Berge, die bunten Lagunen, die Flamingos und natürlich als Highlight die Salzwüste. Wer in der Gegend ist, dem können wir die Tour nur empfehlen. Wir haben übrigens bei World White Travel gebucht und waren sehr zufrieden.

      1. Nina Zauritz

        Was habt ihr denn gezahlt bei dieser Agentur? Machen die die touren auch umgekehrt? Wir wollen von Uyuni nach San Pedro (= super Website, danke für eure Infos!!)
        glg Nina

        1. Claudia Autor des Beitrags

          Hallo Nina,
          erstmal vielen Dank. Das freut mich 😉 Ich bin mir ziemlich sicher, dass die die Tour auch ab Uyuni machen. Die ganzen Jeeps und Fahrer sind ja dann vor Ort, die werden sie nicht leer zurückschicken. Und die haben auf jeden Fall ein Büro in Uyuni.
          Wir haben die 3-Tage-2-Nächte-Tour gemacht und 100.000 Chilenische Peso pro Person bezahlt (ca. 130 Euro). Die Tour kannst du in der Regel gut spontan vor Ort buchen, obwohl Uyuni jetzt nicht gerade besonders schön ist, sodass ihr vermutlich schnell weiter wollen werdet. Hier mal der Link von der Website des Anbieters: http://www.worldwhitetravel.com/
          Noch ein Tipp: Wenn ihr mit mehreren Leuten zum Buchen geht, könnt ihr vielleicht einen kleinen Mengenrabatt rausschlagen.
          San Pedro de Atacama lohnt sich übrigens sehr – der Ort ist total entspannt, unaufgeregt, man kann nachts einen unfassbaren Sternenhimmel sehen und tolle Ausflüge machen. Also, ruhig Zeit nehmen.
          Wenn du noch Fragen hast, meld dich gern.
          Liebe Grüße
          Claudia

  2. Daniel del Valle Lopez

    Haha schöner Beitrag. Unser Fahrer hat die ganze Zeit Modern Talking gehört. Der ist dann noch auf über 5000 m angefangen conejos zu jagen und hat tatsächlich fast eins gekriegt 🙂

    1. Claudia Autor des Beitrags

      Ja, es scheint eine ultimative Touri-Playlist zu geben, die unter den Fahrern heimlich weitergereicht wird 😉 Und euer Fahrer hat mit dem Auto Kaninchen gejagt?!

  3. Heidrun Pritzke

    Hallo Claudia u. Dominik .Nach anfänglichen Schwierigkeiten (Computerlaie) habe ich euch gefunden .Regelmäßig schaue ich nach , was ihr erlebt .Es ist wunderbar .Wir wünschen euch weiterhin viel Freude und Glück das ganze Jahr. Gruß Heidrun/WD

    1. Claudia Autor des Beitrags

      Liebe Heidrun, vielen Dank für die guten Wünsche! Bisher ist alles gut gegangen. Stephi hat sich auch schon per WhatsApp gemeldet. Schön zu wissen, dass ihr immer mal in den Blog schaut. Wir freuen uns über jeden Besucher 🙂 Viele Grüße auch an WD! Dominik & Claudia

  4. Laura Sunder-Plassmann

    Super Fotos! Wie habt ihr denn das doppelte Claudia Bild hier gemacht?! Ich raetsele seit einer Weile und muss jetzt doch fragen.

    Ganz viel Spass weiterhin, ich freu mich auf die naechsten Geschichten und Bilder!
    Laura

    1. Dominik

      Hallo Laura,
      das ist gar nicht so schwer: Ich mache ein Panorama-Foto. Direkt am Anfang stellt sich Claudia ins Bild. Während ich weiter schwenke, läuft Claudia (hinten!) um mich rum und stellt sich auf die andere Seite – dort wo ich noch hin schwenke. Hoffe, ich habe es so verständlich erklärt. 😉
      LG Dominik

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