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Kolumbien-Rundreise: Tipps für 4 unvergessliche Wochen

Dieses Jahr haben wir den finsteren Februar in Deutschland gegen die fröhlichen Farben Kolumbiens eingetauscht. Vier Wochen lang sind wir durch dieses reizende Land mit seinen herzlichen Bewohnern gereist, waren tauchen, lecker essen, haben Streetart-Touren und Wanderungen gemacht und den kolumbianischen Nationalsport Tejo ausprobiert. In diesem Artikel haben wir für dich unsere Route, die Sehenswürdigkeiten sowie Restaurant- und Hoteltipps zusammengestellt – alles also, was du für deine Kolumbien-Rundreise brauchst. 

Bogotá: lohnt sich

Dauer: 4 Nächte

Blick vom Cerro Monserrate auf Bogota

Blick vom Cerro Monserrate auf Bogotá

Wer von Europa nach Kolumbien fliegt, landet meist im 2640 m hohen Bogotá. Lohnt sich aber ein Besuch? Uns hat die mit 6,8 Millionen Einwohnern gigantischen Hauptstadt Kolumbiens gut gefallen, sodass wir nicht bereut haben, vier Tage dort gewesen zu sein. Es kann vorkommen, dass man am Anfang etwas Probleme mit der Höhe hat, was sich meist in Kopfschmerzen niederschlägt. Dagegen hilft: viel trinken und alles langsam engehen lassen, Coca-Tee ist ein bewährtes Mittel.

 

Bogota: Sehenswürdigkeiten

  • Bogota Graffiti Tour: Mal abgesehen davon, dass ich Streetart sowieso liebe, bekommt man einen ganz besonderen Einblick in die aktuelle Lage von Bogotá, denn nichts zeigt so sehr den aktuellen Zeitgeist eines Ortes wie die Kunst an den Wänden der Häuser.
  • Museo Botero: Für mich war der Künstler Fernando Botero eine echte Entdeckung. Alle Menschen, egal ob auf Bildern oder als Skulpturen, sind bei ihm dick, aber auf eine liebevolle Weise. Der Eintritt in das Museum ist frei und neben jeder Menge Boteros hält das Museum viele weitere Schätze bereit: Picasso, Dali, Matisse, Renoir – you name it! Aber Achtung: dienstags geschlossen.
  • Cerro Monserrate: der Hausberg Bogotás ist über 3000 m hoch und gut über eine Seilbahn zu erreichen. Von dort hast du einen umwerfenden Blick über die Stadt und kannst im Park mit ein bisschen Glück sogar Kolibris sehen! Tipp: abends hinfahren, um die beleuchtete Stadt im Dunkeln zu sehen.

 

Restauranttipps für Bogotá

  • Mittagstisch deluxe im französisch-angehauchten Restaurant-Bistro Sant Just (11-16 Uhr).
  • Wirklich sehr gute Tapas abends im „La Macarena“. Aber Vorsicht, es klingt alles so lecker, dass man aufpassen muss, beim Bestellen nicht vollends zu eskalieren. Für zwei Personen reichen in der Regel drei bis vier Tapas-Gerichte.

 

La Candelaria: das sicherste Viertel

Das touristischste und sicherste Viertel Bogotas ist „La Candelaria“. Dort haben wir im Hotel Grand Park gewohnt, was uns gut gefallen hat. Das Frühstück dort war wirklich reichhaltig und lecker, die Poolanlage nett und das Personal immer hilfsbereit. Tagsüber konnte man von dort zu Fuß durch Viertel stiefeln, bei Dunkelheit nimmt man lieber ein Taxi.

 

Isla Providencia: Tauchparadies in der Karibik

Dauer: 7 Nächte

South-West Bay Isla Providencia Kolumbien

Traumhafter Karibikstrand in der South-West Bay auf der Isla Providencia

Anreise Providencia

Da Providencia ungefähr 800 km vom kolumbianischen Festland entfernt ist, musst du fliegen. Erst mal auf die Isla San Andres, die schon ziemlich touristisch ist, während die kleinere Nachbarinsel Providencia nur von 15.000 Reisenden pro Jahr besucht wird und ihre Beschaulichkeit noch nicht verloren hat. Den Aufenthalt auf San Andres kannst du getrost kurz halten, aber manchmal lässt sich eine Nacht dort nicht vermeiden. Weiter nach Providencia kommst du mit dem Katamaran (3,5 Stunden) oder mit einem kleinen Flugzeug (20 Minuten), das du z.B. über Providencia Travel buchen kannst. Vom Flughafen nimmst du ein Taxi zum Hotel (Festpreis, 25.000 COP, ca. 7 Euro). Der geschäftstüchtige Taxifahrer wird dich auch liebend gern wieder zum Flughafen bringen, wenn du abreist.

 

Providencia: Highlights

  • Tiefenentspannter Strandurlaub und Tauchen, deswegen waren wir dort, zum Erholen und Runterkommen. Und es war sogar noch schöner als wir gehofft hatten. Sehr entspanntes Tauchen, oft mit Haien, in kleinen Gruppen. Danach: Mangoshake am Strand, lange Spaziergänge, mal wieder ein Buch lesen, abends reitet jemand durch die über dem Meer untergehende Sonne, während schon ein Lagerfeuer brennt und garantiert Reggea-Musik leise im Hintergrund dudelt.
  • Golfcaddy mieten (45 Euro/Tag) und die Insel im Schneckentempo erkunden. Dabei einen Ausflug auf die kleine Insel Santa Catalina machen. Über eine Art Brücke (miteinander verbundene Pontons auf dem Wasser) erreicht man sie. Hält man sich links, gibt es einen schönen Spaziergang zum Aussichtspunkt Fort Warwick und zu einer kleinen Bucht mit Piratenhöhle. Geht man noch weiter, gelangt man zu Morgan’s Head – einem ins Meer vorstechenden Felsen, der aussieht wie ein Kopf.
    Tipp: Unbedingt bei Don Olivo essen – superlecker! Bevor du zum Restaurant kommst, musst du erst eine Glocke läuten. So hat das ältere Paar, das das Restaurant führt, Zeit, sich aus seinen Hängematten zu schwingen, wo sie vermutlich gerade dösen. Achtung: nur Fisch, Meeresfrüchte usw.
  • In der Nachbarbucht Playa Mazanillo zu Roland Bar Restaurant – das reinste Piratennest. Einen Loco Coco stilecht aus einer Kokosnuss schlürfen, während man einen streunenden Hund streichelt, aufs Meer starrt und sich fragt, warum man nicht schon viel früher hergekommen ist. Instagramfaktor: hoch.

 

Tauchen auf Providencia

Nach längerer Tauchabstinenz wollten wir endlich mal wieder unserem liebsten Hobby nachgehen. Die karibischen Tauchgebiete um Providencia sind dafür perfekt. Viele Tauchspots, wenig Strömung, kleine Gruppen, kurze Anfahrt, warmes Wasser.

In den tieferen Tauchgängen haben wir fast immer Haie gesehen (Riffhaie und Nurse Sharks), einmal eine absichtlich versenkte Jesus-Statue, jede Menge Feuer- und Steinfische, gelegentlich Rochen, Muränen, ein paar Nudibranches (Nacktschnecken), Trompetenfische, Hummernester, Kofferfische (die putzigen Kerle mag ich ja besonders) usw. usf.

Es war ein total entspanntes Tauchen für jedes Niveau und hat mit dem netten Team von der Sirius-Tauchbasis (und den tiefenentspannten Tauchkolleginnen) einfach nur Spaß gemacht.

 

Restaurants in der South-West Bay

  • Restaurante El Divino Niño – direkt am Strand, ab 11 Uhr geöffent, bester Mangoshake, perfekt fürs Abendessen kurz nach Sonnenuntergang, lecker Fisch, Hummer, Meeresfrüchte.
  • Miss Mary Restaurant, ebenfalls direkt am Strand, abwechslungsreichere Küche, auch vegetarische Gerichte, dort kann man auch sehr schön Wohnen und es gibt gepolsterte Liegen direkt vor den Zimmern.

 

Unterkunft und schönste Bucht Providencias

Ganz klar die South-West Bay. Irgendwie hatten wir Glück und sind da gelandet. Eine unglaubliche schöne, recht leere Bucht, in der es gerade so viele Strandbars, -Restaurants und Liegen gibt, wie gebraucht werden und man nicht ständig von Leuten angesprochen wird, die einem etwas verkaufen möchten.

Untergebracht waren wir im Hotel y Centro de Buceo Sirius, recht teuer für Kolumbien und schon in die Jahre gekommen, aber direkt am Strand. Wir hatten Glück und ein großes Zimmer mit Meerblick, eine Hängematte auf dem Balkon, eine funktionierende Klimaanlage.

Das Duschwasser in der kolumbianischen Karibik ist in der Regel immer kalt – so auch hier. Auch wenn das Frühstück etwas eintönig war, wir fanden’s herrlich, zumal die gleichnamige Tauchschule direkt ans Hotel angeschlossen war.

Tipp: Nehmt genug Bargeld mit auf die Insel, dann könnt ihr einen Rabatt beim Tauchen und beim Hotel raushandeln. Bei den Bars und Restaurants am Strand ist nur Bargeldzahlung möglich.

 

Cartagena: bunte Häuser und Karibikflair

Dauer: 5 Nächte

Straße mit bunten Faehnchen

Einige Straßen in Cartagena sind mit bunten Fähnchen überspannt.

Von Providencia ging es mit dem Flieger nach Cartagena, was auch an der Karibikküste liegt. Die Perle an der Karibik mit den buntesten Häusern, die man sich vorstellen kann, hat uns sofort verzaubert. Die zentralen Bezirke (historisches Zentrum, Getsemani, San Diego) lassen sich sehr gut zu Fuß erschließen. Diese Viertel sind sicher, sodass man sich auch bei Dunkelheit autark bewegen kann, vielleicht nicht in kleinen, verlassenen, dunklen Gassen, aber dafür bekommst du schnell ein Gefühl.

Sicherheits-Tipp: Frag immer an der Rezeption nach, wie sicher der Ort im Allgemeinen und das Viertel, in dem du gerade wohnst im Speziellen, ist. Die Leute vor Ort wissen das am besten und du kannst davon ausgehen, dass sie nicht möchten, dass ihren Gästen etwas passiert.

 

Cartagena: Sehenswürdigkeiten

  • Die buntesten Häuser, die man sich vorstellen kann. Vor allem in San Diego und Getsemani. Wir sind stundenlang durch die schmalen Gassen geschlendert und haben die Farbenpracht bewundert. In manchen Straßen haben die Bewohner sogar noch einen drauf gesetzt und sie mit bunten Fähnchen oder mit aufgespannten Regenschirmen dekoriert. Instagramfaktor: extrem hoch.
  • Plaza de la Trinidad: wenn du in Cartagena bist, musst du hier mal abends hin – das reinste Spektakel. Sonntags gab es 1,5 Stunden Zumba, während ein Pantomime (ich kann Pantomime normalerweise nicht leider, aber der war brillant!) aufs Beste nichtsahnende Passanten parodiert. Einfach am Straßenrand sitzen, ein Club Colombia (das beste kolumbiansiche Bier, wenn ihr mich fragt) und das Treiben genießen.
  • Die Festung Castillo de San Felipe de Barajas besuchen, die größte Festungsanlage der Spanier außerhalb Spaniens. Sich dabei möglichst nicht in den unterirdischen Gängen der Anlage verlaufen. Und: genug Wasser mitnehmen.
  • Bei einer Free Walking Tour die Geschichte Cartagenas entdecken. „Free“ meint dabei, man gibt, was man kann / was einem die Tour wert ist. In der Regel äußern die Guides da recht klare Vorstellungen.
  • Sonnenuntergang mit vielen anderen Schaulustigen auf der Stadtmauer über dem Meer bewundern. Man kann schließlich nie genug Sonnenuntergänge sehen.

 

Restauranttipps Cartagena

  • Caffé Lunatico: mein Favorit! Diesen Laden habe ich sofort zu meinem Stammlokal auserkoren. Hier das Mittagsmenü zu essen, war meine erste Amtshandlung in Cartagena, den köstlichen Käsekuchen zu verdrücken meine letzte. Neben Mittagsmenü und Käsekuchen können wir auch das Tapasmenü für zwei empfehlen.
  • Beiyu Acai Café, toll zum Frühstücken, Mittagessen oder für einen Kaffee, alles sehr gesund und reichhaltig, zwei sehr nette, kleine Läden.
  • Dachterrasse mit Ausblick vom Hotel Monterrey – am besten zur Abendsonne hingehen,  ein kühles Club Colombia trinken und den heißen Tag von sich abfallen lassen, während man gedankenlos auf das Treiben der ameisengroßen Menschen unter sich blickt.

 

Cartagena: Unterkünfte im Viertel Getsemani

Unbedingt in Getsemani wohnen, das ist nicht ganz so touristisch wie die Altstadt und hat ganz viel Herz und einige paar einheimische Bewohner, die noch nicht weggentrifiziert wurden. Unsere Unterkunft, das Hotel Casa Carmen (Calle de Espiritu Santo), war sehr einfach und etwas dunkel, aber wir haben uns wohlgefühlt und die Lage war perfekt (ruhige Seitenstraßen, gegenüber vom Caffé Lunatico). Nett sahen auch die beiden Unterkünfte links und rechts davon aus: das Friends to be und das Hostal Casa Mara – beide mit einem kleinen Pool, was bei den karibischen Temperaturen schon sehr verlockend aussah. Etwas schicker sah das Casa Lola (Calle del Guerrero) in einer etwas belebteren Straße aus.

 

Santa Marta: guter Ausgangspunkt

Dauer: 2 Nächte

Sonnenuntergang Hafen Santa Marta

Über dem kleinen Hafen von Santa Marta geht die Sonne unter.

Santa Marta erreichst du von Cartagena bequem mit dem Bus. Der fährt alle ein bis zwei Stunden. Wir sind mit einem Minibus vom Unternehmen MarSol (12,50 Euro pro Person) gefahren. Die Rezeptionistin unseres Hotels hat die Fahrt für uns gebucht. Sie dauert in etwa vier Stunden, und man wird recht zentral in Santa Marta abgesetzt. Santa Marta an sich fanden wir wenig spektakulär, aber es ist ein guter Ausgangspunkt für Touren nach Taganga und Minca.

 

Santa Marta: Sehenswürdigkeiten

  • Sonnenuntergang am Strand
  • Straßenmusik in der Calle Colombia, aber Achtung: man wird ständig angesprochen.
  • Geheimtipp: Leguane und Eichhörnchen anschauen, Calle 5 2A-1-2A-99, Santa Marta. Unser Taxifahrer hat uns auf dem Weg zum Flughafen dorthin gebracht.

 

Restauranttipps Santa Marta

  • Lulo Café Bar, hier habe ich sehr leckere Limonada de Coco getrunken und ein Arepa Gourmet (Lula Corralera) gegessen.
  • Ouzo, dort besser reservieren, war ein Tipp, wir haben aber leider keinen Tisch mehr bekommen, aber immer mal wieder Leute getroffen, die begeistert davon waren …Calle 3, Nummer 19-29, Santa Marta.

 

Santa Marta: Hoteltipp

Wir waren mit dem Hotel Adaz zufrieden, auch wenn das Zimmer klein war und kein Fenster hatte. Wir haben leider auch erst in der zweiten Nacht herausgefunden, dass man die Klimaanlage auch so einstellen kann, dass sie nicht direkt das Bett weglüftet. Aber: gute Lage, freundliches Personal, Pool auf der Dachterrasse, und wir konnten unser großes Gepäck dort kostenlos deponieren als wir nach Minca sind.

 

Taganga: Hippiedorf und Tauchen

Dauer: 0 Nächte, Tagesausflug von Santa Marta

Seepferdchen beim Tauchen vor Taganga

Dieser kleine Kerl ist ganz schön schwer zu entdecken – unser Guide hat’s dennoch geschafft.

Nach Providencia waren wir in Sachen Tauchen wieder richtig auf den Geschmack gekommen. Deswegen wollten wir die Gelegenheit nochmal nutzen, und haben einen Tagesausflug nach Taganga gemacht. Morgens früh sind wir mit dem Taxi (3,50 Euro, 15 Minuten) nach Taganga und abends mit dem Bus (90 Cent, 2 Personen) wieder zurück. Taganga ist ein nettes, kleines Fischerdorf mit ein bisschen Hippieflair. Kann man machen.

 

Tauchen in Taganga

Taganga liegt am Rande des Tayrona Nationalparks, und wir hatten gehofft, in den zum Tayrona gehörenden, geschützten Gewässern tauchen zu können. Leider war der Tayrona Nationalpark gerade gesperrt als wir dort waren. Deswegen mussten wir Tauchspots in der Nähe von Taganga anfahren, was wenig spektakulär war, auch weil die Sicht recht schlecht war. Es war kaum Strömung, das Tauchgebiet ist also auch für Anfänger geeignet. Wir haben ein paar Muränen, einige Diskomuscheln, Kugelfische, Nacktschnecken und ein Hummernest gesehen. Die Sichtung eines Seepferdchens war das absolute Highlight des Tauchens dort.

 

Minca: Natur pur

Dauer: 1 Nacht

Berge der Sierra Nevada

Frühstück mit Ausblick: die grünen Hügel der Sierra Nevada

Im Reiseführer wird Minca als charmantes (Lebens-)Künstler- und Ökodorf am Rande der Sierra Nevada beschrieben (Reise Know-How). Wir hatten Minca von so vielen Leuten empfohlen bekommen, dass wir unbedingt hin wollten. Von Santa Marta haben wir uns mit zwei anderen ein Taxi geteilt (22 Euro für das gesamte Taxi). Was dich in Minca erwartet: unverbaute, pure Natur, Wasserfälle, Bambushaine, man kann Vögel beobachten, Wandern gehen oder ausreiten.

 

Minca: Aktivitätem

  • Den Sonnenuntergang über der Sierra Nevada bewundern.
  • Irre schnellen Kolibris dabei zuschauen, wie sie in einer unfassbaren Geschwindigkeit Blütensaft trinken.
  • Einfach atmen. Entspannen. Da sein. Man muss auch nicht immer was machen.

 

Unterkunft Minca

Die Unterkunft ist gleichzeitig ein Highlight: die Mundo Nuevo Eco Hostel. Ein toller Ort, der sich um Nachhaltigkeit und Entschleunigung bemüht. Hier gibt es leckeres, vegetarisches Essen, das per Glockenschlag angekündigt wird, einen reizendes Sunset Point, Hängematten, immer jemanden, der Gitarre spielt, man kann toll Yoga machen oder meditieren. Einfach ein super Ort zum Entschleunigen. Allerdings schnell ausgebucht, sodass wir leider nur eine Nacht dort sein konnten. Besser wären drei gewesen.

Das Mundo Nuevo bietet auch Touren an, z.B. eine morgendliche Vogelwanderung, die bei uns leider ausfiel, weil der Guide sich nicht meldete, oder eine „Tour“ in ein Showdorf mit einem indigenen Bewohner, der auf Spanisch ein bisschen was erzählt, das dann von jemandem aus der Gruppe, der nur leider nicht das nötige Vorwissen hatte, notdürftig übersetzt wurde. Das war also in unserem Fall etwas enttäuschend.

 

Medellin: Seilbahn, Streetart, Skulpturen

Dauer: 5 Nächte

Claudia und Dominik vor Streetart Comuna 13 Medellin

Vor dem riesigen Mural in der Comuna 13 in Medellin sind wir kaum auszumachen.

Mit 3,8 Millionen Einwohnern ist Medellin die zweitgrößte Stadt Kolumbiens. Bekanntheit erlangte die Stadt vor allem durch das Drogenkartell Pablo Escobars. Reisende halten sich normalerweise im Viertel Poblado auf, da kann man sich eigentlich zu jeder Zeit sicher fortbewegen. Ein Ausflug ins Stadtzentrum zeigt eine ganz andere Realität …

 

Medellin: Sehenswürdigkeiten

  • Skulpturen von Fernando Botero: vor allem auf dem Plaza Botero findet ihr zahlreiche von den herrlich voluminösen Botero-Skulpturen. Nicht zu vergessen der Pájaro de Paz (Friedenstaube) im Parque San Antonio. Den gibt es dort gleich doppelt, denn das Original wurde durch eine Autobombe der Guerilla zerstört. Botero fertigte einen zweiten Vogel an und platzierte ihn neben dem ramponierten. Er wollte zeigen: Kunst ist stärker als Gewalt. Ein beeindruckendes Monument.
  • Graffiti-Tour durch die Comuna 13 – das einst berüchtigtste Viertel Medellins, heute sehr touristisch. Wir haben eine geführte Tour von Toucan Café in Poblado gemacht. Kosten: ca. 20 Euro pro Person – recht teuer für das, was man geboten bekommt. Vorteil: Man fährt zusammen mit der modernen Metro und einem Bus in die Comuna 13. Tickets für die Öffis sind inkludiert. Die Tour endet an einer Seilbahnstation.
    Heutzutage kannst du auch auf eigene in die Comuna 13 gehen, vielleicht nicht nachts, aber tagsüber ist hier so viel los, dass das kein Problem ist. Die kostenlos Tour von Zippy wurde uns ebenfalls empfohlen.
  • Mit der modernen Seilbahn fahren und den unverstellten Blick über die riesige Stadt genießen. Das kannten wir schon aus La Paz

 

Restauranttipps für Poblado

Poblado ist ein Eldorado des guten Essens. In diesem Hippsterviertel gibt es so viele nette Cafés und exzellente Restaurants, dass wir damit einen eigenen Beitrag füllen könnten. Hier unsere Lieblinge:

  • Feinstes Steak im Belisario. Hier haben wir am Valentinstag diniert. Bisschen nerivg: Die Restaurants in dieser Straße versuchen sich gegenseitig mit lauter Musik zu übertrumpfen, das führt zu einem sehr gewöhnungsbedürftigen Soundmix, der beim Essen nicht gerade entspannend wirkt.
  • Italienisch essen in der Pizzeria Olivia Manila, ein unvergesslicher Abend mit den Poppendiecks, die gerade auf Weltreise sind und jeden Monat den unheimlich charmanten Podcast „Alles hat drei Seiten“ machen.
  • Nochmal Steak im Barbaro Cocina Primitiva – ein Tipp von Martina & Martin, die gerade mit ihrem Defender unterwegs sind. Du kannst ihre Reise auf dem Blog „Defender 2 Travel“ mitverfolgen.

 

El Poblado: Wohn- und Ausgehviertel

Das Wohlfühlviertel für jeden Reisenden, unbedingt hier ein Hotel/Hostel buchen. Poblado könnte genauso (ein bisschen kälter vielleicht) in jeder europäischen Stadt sein. Süße Cafés, reizende, kleine Boutiquen, gute Restaurants, Bars und Kneipen. Hier kann man es gut ein paar Tage oder länger aushalten.

In Poblado hatten wir das schönste Hotel unserer Reise: Kolor Boutique Hotel. Ruhig gelegen, aber nicht zu weit ab vom Schuss, mit Parkplatz und kleiner Terrasse. Das Casa Kiwi Hostel sah auch sehr nett aus, da startete mal eine Tour.

 

Guatapé: 700 Treppenstufen für ein Ohhh

Dauer: 0 Nächte, Tagesausflug von Medellin

Seenlandschaft bei Guatape

Dieser Blick entschädigt für alles: Ausblick vom Monolithen auf die Seenlandschaft um Guatapé.

Guatapé ist ein Tagesausflug, den du von Medellin machen kannst und den wir dir ganz dringend empfehlen. Die Fahrt dauert ca. 2 Stunden (ein Weg). Wir haben die Tour mit dem Anbieter Van Por Colombia gemacht. Der ist auf ein jüngeres Publikum ausgerichtet, aber wir Oldies fühlten uns trotzdem wohl. Plus: Das Essen war überragend und der Tag voller Überraschungen …

 

Guatapé-Tour: Highlights

  • Der Piedra de Peñón, ein 200 m hoher Granitmonolith, der aus der ihn umgebenden Seenlandschaft herausragt und an den Zuckerhut von Rio de Janeiro erinnert. Über 700 Stufen sind es bis zur höchsten Aussichtsplattform, aber der Rundum-Blick ist die Strapazen allemal wert. Absolut spektakulär.
  • Von einer Hängebrücke 7 m tief in einen Stausee springen. Claudia, die eigentlich ein bisschen Höhenangst hat, hat sich getraut und hat ihre Komfortzone für diesen kleinen Adrenalinkick verlassen. Spaßfaktor: hoch.
  • Das malerische Dorf Guatapé selbst. Auf den schmalen Gassen liegt meist Kopfsteinpflaster, sie sind von den buntesten Häusern umgeben, die du dir vorstellen kannst. Jedes Haus ist mit einem traditionell gestalteten Felssockel verziert. Instagrammability: sehr hoch. Obendrein gibt’s sehr guten Kaffee. Was will man mehr?

 

Salento: Wachspalmen & Kaffeeplantagen

Dauer: 3 Nächte

Wachspalmen im Valle de Cocora

Winzige Weltreizende vor wuchtigen Wachspalmen.

Salento war die letzte Station auf unserer Reise. Wir sind von Medellin dorthin geflogen (Flughäfen Armenia oder Pereira, via Bogota, dann noch ca. 1 Stunde bis Salento mit dem Bus oder Taxi). Mit dem Bus dauert die Tour von Medellin nach Salento neun Stunden – du kannst sie auch über Nacht fahren. Salento ist ein schmuckes kleines Dorf, etwas touristisch, aber auf unaufdringliche Weise. Es liegt im sogenannten Kaffeedreieck und ist perfekt zum Runterkommen.

 

Salento: Aktivitäten

  • Valle de Cocora: eine sechsstündige Wanderung führt dich durch das Tal mit den 50 m bis 60 m hohen Wachspalmen, der Nationalpflanze Kolumbiens. Mit etwas Glück kannst du hier Kondore und Kolibris sehen. Der Abstecher zum Kolibri-Punkt lohnt. Dort werden die possierlichen Tierchen mit Zuckerwasser gefüttert und kommen in Scharen zu den Tränken. Das kann man finden wie man möchte, es ist doch immer wieder beeindruckend, diese Tier von Nahem zu beobachten. Der Weg führt später am Fluss entlang über abenteuerlich anmutende Hängebrücken. Indianer-Jones-Faktor: hoch!
  • Besuch auf einer Kaffeefarm: Wenn man schon im Kaffeedreieck ist, muss man auch eine Kaffeefarm besuchen. Es gibt eine Führung, man darf selbst ein paar Kaffeebeeren pflücken, und die Tour wird mit einer Verkostung beendet. Wir waren auf der sehr beliebten Farm Finca El Ocaso. Am besten ein bisschen Zeit mitbringen, dort im Café bei tollem Ausblick noch was Trinken oder eine Kleinigkeit essen und Kaffee für die Lieben daheim ershoppen.
  • Tejo“ spielen im BetaTown, wo man übrigens auch wohnen und exzellentes Steak essen kann. Tejo ist dabei ein Nationalsport Kolumbiens und macht wirklich Spaß.

 

 

Salento: Restaurants

  • Unser Favorit: das Brunch de Salento. Alles lecker. Besonders Burger, aber auch Shakes, Hot Chocolate und die erotische Broccolisuppe (heißt wirklich so). Der Käsekuchen sieht allerdings aus wie Leberwurst und, wenn man nur lange genug darüber nachdenkt, schmeckt er auch ein bisschen so. Du kannst dich dort an den Wändern verewigen, und die Beschreibungen in der Speisekarte sind sehr kreativAnsonsten sitzt man im Brunch de Salento einfach gut zusammen und die Leute sind irgendwie netter als anderswo.
  • BetaTown: sehr gutes Steak, du kannst da den kolumbianischen Nationalsport „Tejo“ ausprobieren und es gibt einen sprechenden Papageien, der wirklich witzig ist.
  • Das El K’fee, wirklich guter Kaffee und ein gesunder, vegetarischer Mittagstisch.

 

Salento: Übernachten

Wir haben in Salento im Viajero Hostel übernachtet. Zweibettzimmer, bescheidenes Frühstücksbüfett, aber Balkon mit Blick auf die grünen Hügel der Umgebung, hinter denen morgens früh die Sonne hervorkletterte.

 

Anreise Kolumbien

Wir sind mit Avianca von München direkt nach Bogota geflogen und waren damit sehr zufrieden. Gute Beinfreiheit und alles prima. Mit denen sind wir auch innerhalb Kolumbiens viel geflogen. Wir haben ca. 6 Wochen vorher gebucht. Bisschen früher wäre vermutlich günstiger gewesen.

Weitere Optionen für die Anreise nach Kolumbien:

  • Lufthansa via Frankfurt
  • KLM via Amsterdam
  • Air France via Paris
  • Air Europa Lineas Aereas via Madrid

Beim Flüge buchen schaue ich zuerst immer auf Seiten wie Flug Idealo, Skyscanner oder Momondo und buche dann direkt über die Website der Airline. In unserem Fall buche ich auch von Hamburg bis Bogota durch, damit man sich nicht ums Gepäck kümmern muss und einen neuen Anschluss kriegt, falls der erste Flug Verspätung hat.

 

Fazit 4 Wochen Kolumbien

Wie du vielleicht gemerkt hast, haben uns die 4 Wochen Kolumbien überaus gut gefallen, und wir können dir die Reise nur sehr ans Herz legen. Das Land hat wirklich eine tolle Mischung zu bieten, darüber hinaus noch gutes Essen und sehr herzliche und hilfsbereite Bewohner, sodass du dich sofort wohl fühlen wirst. Was wir in den 4 Wochen Kolumbien gelernt haben, haben wir dir in den „10 Erkenntnissen aus Kolumbien“ zusammengefasst. Eine richtig gute Packliste für Kolumbien hat Manu von WorldCalling4Me für dich zusammengestellt.

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