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Drauradweg: 2. Etappe von Oberdrauburg bis Spittal

(Werbung) Heute gibt es meinen Erfahrungsbericht von unserem zweiten Tag auf dem Drauradweg in Österreich. Wir sind zu Zweit mit E-Bikes unterwegs. Vom verschlafenen Oberdrauburg bis nach Spittal werden wir diesmal ca. 60 km fahren. Die Strecke verläuft überwiegend an der Drau entlang, oft mit den Bergen zur Rechten und Bahnschienen zur Linken, was irgendwie romantisch anmutet.

Unsere vorige Rad-Etappe hat uns übrigens von Sillian bis Oberdrauburg geführt. Unseren Erfahrungsbericht findest du im Artikel „Drauradweg: 1. Etappe“. Falls du selbst gerade eine Radtour planst, haben wir auch noch eine Packliste für 1 Woche Radtour für dich.

Loewenzahn auf Blumenwiese in Kaernten

Pusteblumenwiesen in Kärntens Sonnenschein – so kann jeder Radtag beginnen.

An diesem Radtag haben wir wirklich Glück mit dem Wetter. Um die 20 Grad, manchmal ein paar Wölkchen, meist Sonne. Perfekt.

Start in Oberdrauburg

Wir starten den Tag mit einem Frühstück im Gasthof Post in Oberdrauburg, packen unsere Sachen schon etwas routiniert zusammen und stellen unser Gepäck für den Transport bereit (jeden Tag bis 9 Uhr). Daraufhin folgt eine weitere Erkundungstour durch den Ort.

Kirche und bunte Haeuser Oberdrauburg

Bei der Auswahl der Häuserfarben in Oberdrauburg sind Pastelltöne sehr beliebt.

Früher gab es hier Gold-, Silber-, Kupfer- und Eisenvorkommen, weshalb der Ort für die Mächtigen interessant war. Heute zeugen davon noch die stattlichen und gut instand gehaltenen Bürgerhäuser in Pastellfarben. Nach dem Rundgang holen wir unsere E-Bikes aus dem geräumigen Fahrradraum, der früher mal ein Stall gewesen sein muss. Da unsere Akkus noch recht voll sind, haben wir sie nicht aufgeladen.

 

Zurück auf dem R1 – Drauradweg

Von Oberdrauburg ist der Drauradweg schnell wiedergefunden. Wir fahren links von der Drau, die Berge mit ihren schneebedeckten Gipfeln in der Ferne. Vorbei an wild blühenden Blumenwiesen. Klar, dass wir einige Fotostopps einlegen. Links begleiten uns oft die Bahnschienen, auf denen uns aber kein Zug begegnet.

Blumenwiese im Vordergrund Berge im Hintergrund

Bei traumhaft schönem Wetter geht unsere Tour auf dem Drauradweg vorbei an Wiesen und Burgen. In der Ferne winken stets die Berge, manche mit schneebedeckten Gipfeln.

 

Heidi und die Paraglider

Nach zwei Stunden machen wir eine Pause an einer Picknickstelle bei Steinfeld am Rande der Drau. Hier sind ein paar Bänke und Picknicktische aufgestellt, und man kann gut bis an den Fluss herangehen. Einige Paraglider segeln gerade anmutig durch die Lüfte und landen direkt neben uns auf der Wiese.

Paraglider ueber dem Fluss Drau in Kaernten

Langsam segelt der Paraglider über der Drau hinab, nur um gleich auf der Wiese direkt vor unseren Augen zu landen.

Während wir unser Müsli essen, kommen zwei von ihnen präzise hinunter, als plötzliche das Handy einer der Frauen, die sich das Spektakel mit uns anschauen, losgeht. Rate mal, welchen Klingelton sie hat? Den Titelsong zur Zeichentrickserie „Heidi“ von Gitti & Erika (1986):

Heidi, Heidi
Deine Welt sind die Berge
Heidi, Heidi
Denn hier oben bist du zu Haus‘
Dunkle Tannen, grüne Wiesen im Sonnenschein
Heidi, Heidi,
Brauchst du zum Glücklichsein

 

Heidi, Heidi
Komm doch Heim, find’ dein Glück
Komm doch wieder zurück!

Und auch, wenn die Serie schon uralt ist, wette ich, du hast jetzt auch einen Ohrwurm. So wie ich an unserem zweiten Radtag an der Drau. Gelegentlich jodele ich vor mich hin. Holadio, Holadio.

 

Die ersten 100 km

Anzeige Bordcomputer E-Bike 100 km

So sieht übrigens der Bordcomputer unserer E-Bikes aus. Aktuelle Geschwindigkeit: 21 km/h, 100 km, Gang: Eco. Akku: zu zwei Fünftel voll.

Weiter geht es über Wiesenwege durch kleine Dörfer und schließlich knacken wir die ersten 100 km. Ein kleiner Meilenstein auf unserer Drauradtour. Mittlerweile ist die Akku-Anzeige meines Bordcomputers nur noch auf zwei von fünf Balken. Es heißt also: Haushalten! Den Umweg über das Natur- und Kräuterdorf Irschen (ca. 6 km extra) lassen wir aus, auch wenn es eigentlich recht interessant klingt.

 

Kärntner Küche beim Drauradweg-Wirt

Auf dem Drauradweg gibt es diverse Lokale und Gasthöfe, die besonders eng mit dem Radweg verbunden und extra fahrradfreundlich sind: die Drauradweg-Wirte. Auf unserer Strecke liegen mehr als 50 dieser Häuser. Heute besuchen wir unseren ersten Drauradweg-Wirt: das goldene Rössl am historischen Marktplatz in Sachsenburg. Hier kann man im Schatten auf der Terrasse sitzen und die Ruhe des kleinen Ortes genießen. Inzwischen ist es schon 14:15 Uhr und wir erfahren, dass die reguläre Küche nur bis 14 Uhr geöffnet hat!

Gut zu wissen: Die klassischen Gasthöfe in Kärnten bieten nur bis 14 Uhr Mittagessen an.

Dabei habe ich mich so auf mein zweites Schnitzel gefreut. Wie du weißt, esse ich sehr, sehr gern Wiener Schnitzel, am liebsten in Österreich, denn nirgends sind sie besser. Immerhin: Es gibt noch Kleinigkeiten. Also bestellen wir einen Salat und die berühmten Kärntner Kasnudeln – eine regionale Spezialität.

Kaertner Kasnudeln im Gasthof Goldenes Roessl in Sachsenburg

Der Klassiker in Kärnten: Kasnudeln. Hier beim Drauradweg-Wirt Gasthof Goldenes Rössl in Sachsenburg.

Übrigens gibt es die Gerichte, die besonders typisch für die Region um den Drauradweg sind, auch zum Nachkochen: „Küchengeheimnisse der Drauradweg Wirte“ heißt das Kochbuch. Die Osttiroler und Kärntner Küche zeichnet sich dabei durch ihre Bodenständigkeit und Vielfältigkeit aus. Dabei spielen vor allem Produkte aus der Region eine Rolle, alles ganz nachhaltig. In dem knapp 100 Seiten dicken Kochbuch findest du z. B. diese Leckereien:

  • Oberdrauburger Käsesuppe
  • Gebeiztes Drauforellenfilet mit Kürbisbrot und Orangen-Sellerie-Salat
  • Krustenbraten mit Malzbiersaft’l und Erdäpfelroulade mit Sauerkraut
  • Schwammerl-Speck-Knödel mit Eierschwammerlsauce
  • Kärntner Reinling und (natürlich)
  • Kärntner Kasnudeln

Eine Tour am Drauradweg ist also nicht nur eine Radtour, sondern du kannst ganz leicht auch eine Genusstour draus machen und dich bei den Drauradweg-Wirten durchfuttern. 

 

Lokale Produkte im Self-Service

Satt und noch mit einem Cappuccino gestärkt machen wir uns auf die nächste Etappe des Drauradwegs. Unser treuer Begleiter, das Buch Bikeline Drauradweg (Affiliate-Link), führt uns immer wieder sicher zurück auf die Strecke. Nur 40 Minuten später, wir sind gerade in Lendorf und auf der Suche nach einer Toilette (der Kaffee!), finden wir eine Art kulinarische Self-Service-Station voller lokaler Produkte am Wegesrand.

Man muss die Pausen nehmen wie sie kommen, denken wir uns, und zapfen einen Holunderblütensaft. Bezahlt wird hier in eine riesensparschweinartige „Kassa“ auf Vertrauensbasis. Den lokalen Schnaps gibt’s allerdings nur beim Grundstückseigner. Ansonsten gibt’s fast alles, was die Region zu bieten hat: Essig (sogar zum Verköstigen), Kartoffeln, sogar Lachsbrot, Eis und Obst…

Wirklich ein kleines Kuriositätenkabinett samt dazugehörigem Dixiklo. Kurz vor Spittal kommt noch ein Highlight: die Goldeck Seilbahn. Leider macht sie erst im Juni auf, sodass wir Ende Mai noch nicht fahren können.

 

Erlebnishotel Post in Spittal

Nur eine halbe Stunde später erreichen wir unser Etappenziel: Spittal und das Erlebnishotel Post – Hotel mit EigenART, wie es sich selbst nennt. Das Erlebnis beginnt, als wir das Hotel betreten. Denn an der Rezeption ist niemand. Dafür liegen einige Zettel mit Zimmerschlüsseln drauf bereit.

Willkommens-Unterlagen Erlebnishotel Post in Spittal

Kein Mensch zu sehen, aber die Willkommens-Unterlagen sind leicht zu entdecken im Erlebnishotel Post in Spittal.

Einer davon ist für uns. Bevor wir hoch zu unserem Zimmer gehen, sehen wir uns staunend um. Mit dekorativen Elementen wurde hier nicht gegeizt. Sogar ein kleiner, roter Fiat 500 ziert den Eingangsbereich.

Fiat 500 im Eingangsbereich vom Erlebnishotel Post in Spittal

Der kleine Fiat 500 ist die Attraktion im Eingangsbereich vom Erlebnishotel Post in Spittal.

Die Einrichtung unseres Zimmers ist nicht weniger extravagant. Jedes Zimmer ist individuell eingerichtet, keines gleich. Unser Zimmer ist geräumig. Wir machen uns aber erstmal auf die Suche nach einem Stellplatz für die Räder und nach unserem Gepäck – das steht nämlich nicht auf dem Zimmer …

Eine Mitarbeiterin zeigt uns alles. Wir verstauen die Räder im „Radlraum“, entdecken unser Gepäck und bringen es aufs Zimmer.

 

Wie lädt man eine E-Bike auf?

Gleich darauf wartet die nächste Herausforderung, denn ich möchte mein E-Bike zum ersten Mal aufladen. Nach zwei Tagen Radfahren ist der Akku so gut wie leer. Wie das geht, steht leider nicht auf dem Anleitungszettel, den wir haben. Wir haben die E-Bikes bei Alps2Adria ausgeliehen, über die auch die Tour gebucht ist.

Aber ich erinnere mich dunkel, dass in den Tiefen unserer Fahrradtaschen ein Aufladekabel schlummert. Daran ist ein kleiner Schlüssel befestigt. Der passt an eine Stelle der Batteriehalterung. Nun lässt sich die Batterie lösen, und ich kann sie an das Aufladekabel anschließen. Sie ist zwar etwas klobig, aber ich kann sie mühelos tragen. Also, rauf aufs Zimmer, Akku aufladen, frisch machen, umziehen und ab in den Ort.

 

Spittal und die lange Suche nach einem Lokal

Wir machen einen kleinen Spaziergang durch Spittal. Schließlich landen wir beim Schloss Porcia, das aber leider schon geschlossen hat. Denn es ist Sonntag und nach 19 Uhr. 

Schloss Porcia Spittal Oesterreich

Mohnblumen blühen in den Beeten, die den Brunnen im Schlosspark von Schloss Porcia umrunden. Im Hintergrund: die Fontäne und das Renaissanceschloss Porcia.

Die Suche nach einem Restaurant erweist sich als recht schwierig, weil heute alles geschlossen zu haben scheint. Nach einer weiteren, eher unfreiwilligen Runde durch Spittal, landen wir schließlich bei einem Italiener am Schlosspark. Es gibt Vino, Pizza, Salat und einen Automaten für Bitcoins. Bitcoins? Hier? Der Besitzer des Restaurants versichert mir aber, dass Bitcoins hier nachgefragt werden.

Bitcoin-Automat beim Italiener in Spittal

Das ist der erste Bitcoin-Automat, den ich je gesehen habe. Und das in der Weltstadt Spittal in Kärnten. Manchmal wundert man sich …

Als es dunkel wird, machen wir uns auf den kurzen Heimweg zu unserem Hotel. Die bunt erleuchtete Fontäne vorm Schloss Porcia ist eine der letzten Schönheiten Kärntens, die wir an diesem Tag sehen.

 

Fotos von der Radreise

Die besten Fotos jedes Radtages findest du übrigens auch auf Facebook. Folg uns.

 

Die Highlights der Radtour

Die Highlights der Radtour mit ganz vielen Videos haben wir übrigens für dich auf Instagram gesammelt: in unseren Instagram-Stories. Klickt dich durch! 

 

So geht’s weiter auf dem Drauradweg

Steinmaennchen am Rande der Drau

Ein von uns eigens für dieses Foto gebautes Steinmännchen am Rande der Drau.

Wir sind insgesamt sechs Tage auf dem Drauradweg in Kärnten unterwegs. Von jeder Etappe gibt es einen kleinen Erfahrungsbericht. Im Überblicksartikel folgen dann am Ende die Eckdaten und allgemeinen Infos zu An- und Abreise für dich.

Die Radtour kannst du bei Alps2Adria übrigens genauso buchen wie wir sie gemacht haben.

 

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Offenlegung: Dieser Artikel ist in Kooperation mit Kärnten Werbung Marketing & Innovationsmanagement und Österreich Werbung Deutschland entstanden. Wir wurden zu der Radreise am Drauradweg eingeladen, wofür wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken. Unsere persönliche Meinung wird durch die Kooperation nicht beeinflusst.

 

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2 Kommentare zu “Drauradweg: 2. Etappe von Oberdrauburg bis Spittal

  1. Helena

    Hallo aus Slowenien,

    ich lese Ihren Bericht aus dem Drauradweg und weil ich und mein Freund Ende Juli auf diesem Weg sein werden, interessiert mich, ob Sie die Übernachtung schon vorher gebucht haben oder auf dem eigentlichen Weg?

    Danke für die Antwort.

    Liebe Grüsse,
    Helena

    1. Claudia Autor des Beitrags

      Liebe Helena,
      die Übernachtungen waren alle schon vorher gebucht. Wir haben das mit dem Unternehmen Alps2Adria gemacht. Dann muss man nicht alles einzeln buchen. Meine Lieblingsunterkunft war das Hotel Perfler in Sillian.
      Ganz viel Spaß auf dem Drauradweg, der lässt sich wunderbar fahren, und hoffentlich besseres Wetter als wir!
      Herzliche Grüße aus Hamburg
      Claudia

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