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Lima – was für ein Klima

Abschied liegt in der Luft, als wir Lima per Bus erreichen. Denn nach rund vier Wochen wird Dani von hier aus zurück nach Hamburg fliegen – zu allem Überfluss ist sie gesundheitlich angeschlagen. Apropos Luft: Bei Lima hab ich ja immer den Neue-Deutsche-Welle-Hit von UKW im Ohr:

„Tina – ist das nicht prima
was für ein Klima.
Haben wir hier schlechtes Klima,
fahren wir sofort nach Lima“.

Vermutlich brauchte die Band 1982 lediglich eine Stadt, die sich auf „Klima“ und „prima“  reimt, denn wirklich prima ist das Klima in Lima nun wirklich nicht. An den meisten Tagen hängt dichter Nebel über der 8-Millionen-Metropole, die als zweittrockenste Stadt der Welt (nach Kairo) gilt. 

Entsprechend gedrückt gehen wir Lima an. Das Auffallendste ist zunächst der ungewöhnliche (soll ich sagen: hässliche?) Hund, der unserer Unterkunft den Namen gegeben hat: Kaccla, ein peruanischer Nackthund. Mir scheint er verhaltensgestört. Er rennt voll Karacho durch die Gänge, beim Versuch, zu bremsen, rutscht er auf allen Vieren über die Fliesen – dass er nicht dauernd gegen die Wand oder Stuhlbeine kracht, verwundert ihn wahrscheinlich selbst.

Dafür, dass in Lima 8 Millionen Menschen wohnen und es keine U-Bahn gibt, kann man sich recht gut fortbewegen: Es gibt Schnellbus-Linien, deren Spuren durch hohe Bordsteine von der normalen Straße getrennt sind, sodass wirklich kein anderes Fahrzeug diese Spuren nutzen kann. Der Einstieg an den Haltestellen erinnert hingegen an moderne U-Bahn-Linien: Es gibt hohe Glaswände mit Schiebetüren, die sich erst öffnen, wenn der Bus exakt davor hält und man einsteigen kann.

Das Stadtzentrum gilt als nicht sonderlich sicher, wovon wir jedoch nichts merken. Was wir jedoch feststellen: Katzen gibt es recht viele – vor allem im Kennedy-Park. Auch in Lima sind die Menschen verrückt nach ausgefallenen, prachtvoll verzierten Sahnetorten. Und an vielen Ampeln wird der Verkehr zusätzlich von Polizisten geregelt, die aufpassen, dass sich keiner über die Lichtzeichen hinwegsetzt.

Neben dem Stadtzentrum halten wir uns nur noch im Stadtteil Miraflores auf, an dessen Steilküste am Pazifischen Ozean das riesige, moderne Einkaufszentrum Larcomar errichtet wurde, das optisch und preislich in völligem Kontrast zum historischen Stadtkern (UNESCO Weltkulturerbe) steht.

Am Morgen des vierten Lima-Tages fahren wir gemeinsam mit Dani zum Flughafen. Unser Flug geht um 10:40 Uhr, ihrer um 11 Uhr. Dabei steht Dani eine rund 30-stündiger Rückreise (via Bogota) bevor, für uns geht’s weiter nach Ecuador.

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