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Pancake Rocks: Fontänen so hoch wie Wolkenkratzer

Wieviel Glück wir mit dem Wetter auf dem Franz-Josef-Gletscher hatten, merken wir tags drauf, als wir uns auf den Weg machen nach Christchurch, mit Abstecher zu den beeindruckenden Pancake Rocks.

Es regnet unaufhörlich. Dementsprechend kurz sind unsere Stopps unterwegs: Zum Beispiel in der früheren Goldgräberstadt Ross, wo 1907 der größte Goldnugget Neuseelands ausgegraben wurde (2,8 kg schwer). Vom damaligen Glanz ist wenig geblieben. Dennoch oder gerade deswegen geben die alten Häuser ein paar schöne Fotomotive her: Vom ehrwürdigen Empire Hotel bis hin zu den alten Utensilien, die scheinbar zusammenhanglos irgendwo deponiert wurden.

 

Fette Pizza im Dauerregen

Auch Hokitika ist so eine alte Godgräberstadt, die heute für den grünen Jade-Stein berühmt ist. Uns interessiert erstmal was anderes: Fat PiPi Pizzas. Der Name macht neugierig, die Pizzeria scheint kultig und ist voll besetzt. Wir ordern eine große Pizza, die uns problemlos sättigt und erfahren dabei, woher der ungewöhnliche Name stammt: Die Idee kam durch ein Fischerboot namens „Fat Pipi“. 

 

Der Dauerregen hat sich mittlerweile zu einem heftigen Sturzbach vom Himmel entwickelt. Wir beschließen, nicht mehr weiterzufahren und uns in Hokitika ein Quartier zu suchen. Was schwer genug ist: Denn tags drauf beginnt das dreitägige Wildfoods Festival – der jährliche Höhepunkt, zu dem Tausende angereist sind – sämtliche Hotels, Hostels und Campingplätze sind über’s Wochenende ausgebucht. Wir ergattern für eine Nacht nach längerer Suche noch ein Doppelzimmer. Kaum haben wir eingecheckt und uns damit abgefunden, den Nachmittag in der trockenen Stube zu verbringen, ändert sich das Wetter schlagartig. Plötzlich kommt sogar die Sonne raus.

 

Kunstwerke aus Treibholz

Also auf zum Strand, wo sich Ende Januar die Menschen versammeln, um aus dem angeschwemmten Treibholz kleine Kunstwerke zu schaffen, von denen etliche noch zu sehen sind.

 

Anschließend fahren wir den 35 km langen Weg zur Hokitika Gorge ab, einer Schlucht, die jedoch nicht so spektakulär ist wie im Reiseführer beschrieben. Auch der Fluss, der vom Gletscherwasser gefüllt wird, ist nicht mal ansatzweise türkisfarben. Immerhin: Wir lernen, dass es Regenschirmfarn gibt, bewundern die beeindruckende Landschaft, die vom Regendunst geprägt ist und passieren den Schauplatz des ersten Massenmordes Neuseelands (der 1982 mit „Bad Blood“ verfilmt wurde). 

 

Geheimnisvolle Pfannkuchen

Statt die Abzweigung nach Christchurch zu nehmen, machen wir am nächsten Tag einen Abstecher zu den Pancake Rocks. Was für eine spektakuläre Fahrt dorthin. Erinnert uns sofort an die legendäre Great Ocean Road in Australien. Immer an der Westküste entlang, hinter fast jeder Kurve versteckt sich ein atemberaubender Ausblick auf das tobende Meer mit vorgelagerten Felsformationen, gegen die immer wieder die meterhohen Wellen klatschen. Gut, dass wir die Strecke bei strahlendem Sonnenschein genießen können.

Die wilden Pancake Rocks von Punakaiki übertreffen alle Erwartungen: Die dunklen Felsen, deren Gestein aussieht wie aufeinandergestapelte Pfannkuchen (Pancakes), gehören zu den großen Geheimnissen unseres Planeten: Bis heute rätseln die Wissenschaftler, wie die 35 Millionen Jahre alten Felsen geformt wurden.

 

Wasserfontänen so hoch wie Wolkenkratzer

Die Felsen alleine sind schon beeindruckend. Doch die Urgewalt, mit der das Meer gegen das Gestein arbeitet, macht diesen Platz wirklich einzigartig. Immer wieder strömen die Wassermassen in und durch Aushöhlungen und schießen dann mit tosendem Lärm hervor. Durch die Blow Holes entstehen so atemberaubende Wasserfontänen von der Größe eines Wolkenkratzers. Und bei dem Sonnenschein heute gibt es dadurch immer wieder für wenige Sekunden Regenbogen zu sehen. Wir sind so fasziniert vom Anblick der Naturgewalten, dass wir mehrere Stunden hier verbringen (auf dem Rasen neben dem Info-Center lässt sich übrigens vorzüglich picknicken).

 

Landschaften wie in „Herr der Ringe“

Der Weg von der West- zur Ostküste über den Arthur’s Pass der Southern Alpes nach Christchurch verdeutlicht mal wieder die Größe des Landes: Kilometerweite Landschaften, saftig grüne Wiesen, auf denen Rinder oder Schafe grasen, dazwischen dann auch wieder karge Steppen und Berge wohin das Auge blickt. Man fühlt sich wie in Mittelerde und wartet nur darauf, dass einem gleich Gandalf oder ein paar Hobbits entgegenkommen.

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