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Zwölfter Monat Weltreise: 10 Erkenntnisse

Afrika und der zwölfte (und letzte) Monat auf Weltreise haben uns alles abverlangt. In Äthiopien waren wir Gefangene für einen Tag, mussten unsere Tour abbrechen und neue Pläne schmieden. In Tansania haben wir hart verhandelt, um von den gewieften Safari-Touranbietern nicht über’s Ohr gehauen zu werden, und Claudia hat zum ersten Mal in einem Zelt übernachtet – und das mitten in der Serengeti. An den Stränden von Sansibar haben wir unsere einjährige Weltreise ausklingen lassen. Hier unsere Erkenntnisse aus dem zwölften Monat:

1.) In Äthiopien gibt es die ältesten, dreckigsten und abgewracktesten Geldscheine, die wir je gesehen haben. Jedes Mal, wenn man die anfasst, hat man das dringende Bedürfnis, sich die Hände zu waschen.

Äthiopische Geldscheine

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2.) Es ist erstaunlich, welch ein Basiswissen sich die äthiopischen Kinder angeeignet haben, um Touristen anzubetteln. Ihre Methode: Erst mal ins Gespräch kommen, um dann nach „money, money“ zu fragen: „Hello Mister, where do you come from?“. Wenn man das Land angibt, nennen sie sofort die Hauptstadt. Wir probierten etliche Länder durch („from Austria“ – „Vienna is the capital!“). Selbst von Liechtenstein kannten sie die Hauptstadt: „Vaduz“. Von Liechtenstein! Sechsjährige Kinder!

Die Kinder in Äthiopien sind trotz Armut sehr freundlich und haben ein beeindruckendes Basiswissen, was Hauptstädte angeht...

Die Kinder in Äthiopien sind trotz Armut sehr freundlich und haben ein beeindruckendes Basiswissen, was Hauptstädte angeht…

3.) Stromausfall steht überall in Äthiopien auf der Tagesordnung. Als wir in Addis Abeba ankommen, erwischt es uns direkt in der ersten Unterkunft. Internet geht dann ebenfalls nicht. Selbst im Nationalmuseum fällt der Strom über Stunden aus, so dass wir nicht hinein können. Am Flughafen in Axum bekommen wir deshalb handgeschriebene Bordkarten. Von ländlicheren Regionen ganz zu schweigen. Aber Abendessen bei Kerzenschein ist ja auch was schönes.

Abendessen in der Sora Lodge in Lalibela

Abendessen in der Sora Lodge in Lalibela

 

4.) Wurde J.R.R. Tolkiens „Herr der Ringe“-Triologie von Äthiopien inspiriert? Auffallend viele Ortsnamen ähneln einander: Rohan / Roha (jetzt Lalibela), Barad-dûr / Bahir Dar, Harad / Harar, Gondor / Gondar. Der Turm von Isengard könnte gut von den Stelen von Axum inspiriert sein. Auch landschaftlich würde es passen. Wir haben sogar Hobbithöhlen gefunden! Tolkien selbst war nie in Äthiopien und verneinte, dass das Land bei der Saga als Vorlage gedient habe. Buchautor Michael Muhling ist da anderer Ansicht.

Bei den Kirchen von Lalibela gibt es immer wieder diese kleinen Verschläge, die manchmal Gräber, manchmal Rückzugsorte für lebende Priester sind.

Bei den Kirchen von Lalibela gibt es immer wieder diese kleinen Verschläge, die manchmal Gräber, manchmal Rückzugsorte für die vielen Priester sind.

Stelen von Axum: Inspiration für Isengard?

Stelen von Axum: Inspiration für Isengard?

5.) Auch in Tansania ist nicht etwa die größte und bekannteste Metropole des Landes die Hauptstadt, sondern ein Provinzstädtchen: Daressalam mit seinen 4,5 Mio. Einwohnern ist zwar Regierungssitz. Hauptstadt ist jedoch seit 1973 das gerade mal 200.000 Einwohner große Dodomo.

 

6.) In Tansania ist es mehr als nur ratsam, Tourbuchungen nur anzuzahlen und die letzte Rate nach Ende des Trips zu entrichten, Denn es tummeln sich viele schwarze Schafe auf dem lukrativen Markt. Das Tanzania Tourist Board (TBB) führt darüber sogar eine „Black List“ und führt alle lizensierten Anbieter auf seiner Webseite. Unser Touranbieter wollte den Ablauf und die Gruppen-Zusammenstellung der bereits gestarteten Serengeti-Safari täglich ändern. Nur weil wir uns den Ablauf haben schriftlich geben lassen (per E-Mail) und noch 500 US-Dollar zu zahlen hatten, bekamen wir die versprochene Leistung.

Augen auf bei der Wahl des Touranbieters: wenn dessen Name mit mehr als einem "A" anfängt, ist eine gesunde Portion Misstrauen angesagt.

Augen auf bei der Wahl des Touranbieters: Wenn dessen Name mit mehr als einem „A“ anfängt, ist eine gesunde Portion Misstrauen angesagt.

7.) Die beste Zeit für eine Pirschfahrt ist frühmorgens oder spätnachmittags. Dann sind die Tiere am aktivsten. Löwen beispielsweise jagen vor allem nachts, in den frühen Morgenstunden machen sie sich über ihre Beute her, während sie sich den restlichen Tag am liebsten ausruhen.

Mittags beschränkt sich die Aktivität von Elefanten auf Folgendes: unterm Baum stehen.

Mittags beschränkt sich die Aktivität von Elefanten auf Folgendes: unterm Baum stehen.

Frühstück für die Löwen

Frühstück für die Löwen

8.) Klippschliefer haben die Größe und Körper von Meerschweinchen, ähneln Murmeltieren, sind aber mit Elefanten verwandt und klettern munter auf Bäumen herum. Alles eine Frage des Willens also 😉

Suchbild: Finde die Klippschliefer.

Suchbild: Finde die Klippschliefer.

9.) Sansibar ist nicht EINE Insel, sondern ein Archipel aus Inseln. Die größte dieser Inseln kennen wir gemeinhin als Sansibar, tatsächlich heißt sie aber Unguja.

Landeanflug auf Unguja

Landeanflug auf Unguja

Blick auf Sansibar Stadt

Blick auf Sansibar Stadt

10.) Viele Worte aus dem Swahili sind uns geläufig, auch wenn wir ihre Bedeutung nicht kennen. Hier unsere Lieblinge:

  1. Safari = Reise
  2. Simba = Löwe
  3. Hakuna Matata = kein Problem / alles in bester Ordnung
  4. Jambo = hallo
  5. Mambo = Wie ist es? Wie geht’s wie steht’s?
  6. Karibu = Willkommen
  7. Pole Pole = langsam / immer mit der Ruhe (wird seeeehr häufig verwendet)
  8. Hatari = Gefahr (so heißt auch der Film mit Hardy Krüger & John Wayne, der 1961 in Tansania gedreht wurde; und die Restaurantkette in Hamburg)
  9. Daktari = Arzt
  10. Fisi = Hyäne

Als Folge von Nummer 4 geht Dominik seitdem der Ohwurm „Coco Jambo“ von Mr. President nicht mehr aus dem Kopf…

Die 10 Erkenntnisse des vergangenen Monats findet ihr hier. Alle Erkenntnisse unserer Reise könnt ihr hier nachlesen.

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7 Kommentare zu “Zwölfter Monat Weltreise: 10 Erkenntnisse

  1. Jana

    Gut, dass ihr den Blog gemacht habt. So braucht ihr auf der Welcome back Party die Themen nur anreißen und nach ein paar Minuten mit den Worten enden: „kannst du alles im Blog nachlesen“! 😉 bis ganz bald in HH

  2. Bärbel Kustynowicz-Riez

    Liebe Claudia, lieber Dominik,
    euer Reiseblog ist für mich u sicher viele Andere auch, eine gute Möglichkeit, die Schönheiten u Einzigartigkeiten vieler Länder u Kontinente unserer Welt kennenzulernen u das sehr detailliert u persönlich.
    Vielen Dank!
    Bärbel

    1. DominikDominik

      Liebe Bärbel, das freut uns. Wir sind ganz baff, wieviele Zuschriften wir nach der Berichterstattung im Hamburger Abendblatt erhalten haben von Menschen, die jetzt auch überlegen, solch eine Reise zu machen. Da wir während der Reise oft nicht Zeit (und gutes Internet) fanden, um zu bloggen und Fotos hochzuladen, werden wir auch in den kommenden Wochen noch fehlende Erlebnisse niederschreiben und hier veröffentlichen. Es lohnt sich also weiterhin, auf der Seite vorbeizuschauen. 😉

  3. Heidemarie Hass

    Hakuna matata ,Pole Pole und Jambo sind immer noch beliebte Wörter in meinem Sprachschatz.Wir haben viele Reisen gemacht,aber nie die Auszeit für 1Jahr genommen.Es muß eine tolle Zeit für euch gewesen sein.Werde euren Reiseblog interessiert weiterverfolgen.Vielen Dank für die schönen Berichte.

    1. ClaudiaClaudia Autor des Beitrags

      Hallo Heidemaria,
      freut uns, dass der Blog dir gefällt. Uns klingen die typischen tansanischen Worte auch noch in den Ohren nach, und wir haben sofort wieder die Bilder und die markanten Farben von Serengeti & Co. vor Augen…

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