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9. Monat Weltreise: 10 Erkenntnisse aus Australien und Indonesien

Im neunten Weltreise-Monat sind wir mit unserem Camper „Murphy“ in Australien von Broome bis Darwin gefahren und haben dabei mit Krissi und Lara, die auch ein Jahr unterwegs sind, neue Weltreisefreunde gefunden. 

Wandern im Hidden Valley mit Krissi und Lara von den Happy Snipes

Wandern im Hidden Valley mit Krissi und Lara von den Happy Snipes

Unterwegs haben wir die Grenze (ja, es gibt eine „richtige“ Grenze) von West- nach Nord-Australien überquert. Am 19.6. hieß es dann, Abschied von Murphy zu nehmen, was nach sieben Wochen und 9.300 km „on the road“ schon ein bisschen traurig war.

Campervan Murphy auf dem Campgroud im Litchfield Nationalpark in Nord-Australien

Campervan Murphy auf dem Campgroud im Litchfield Nationalpark in Nord-Australien

Grund zur Freunde hatten wir dann aber noch am selben Abend, als wir uns mit Dani, die uns bereits in Bolivien und Peru begleitet hatte, auf Bali getroffen haben.

Mit Dani am Flughafen auf Bali

Mit Dani am Flughafen auf Bali

Am nächsten Morgen ging es dann direkt weiter nach Makassar auf Sulawesi in Indonesien, wo wir zunächst zu dritt das Land erkundet und Ende des Monats Dominiks Weltreisegeburtstag auf der kleinen Insel Bunaken vor Nord-Sulawesi gefeiert haben. Was wir in unserem neunten Monat so gelernt haben, erfahrt ihr hier.

10 Erkenntnisse

1. Wer mit dem Auto vom australischen Bundesstaat Northern Territory nach Western Australia fährt, wird penibler gefilzt als an den meisten Grenzübergängen von zwei souveränen Staaten. Noch nicht mal einen Apfel darf man mitnehmen. Die Grenzposten suchen vor allem nach Obst und Gemüse, und selbst der Dreck unter den Wanderschuhen wird untersucht, ob er eine Gefährdung für die heimische Flora und Fauna darstellt. Mit diesen ungewöhnlichen Maßnahmen soll vermieden werden, dass Ungeziefer einschleppt wird.

Am Grenzübergang vom Northern Territory nach Western Australia

Am Grenzübergang vom Northern Territory nach Western Australia

Nach West-Australien einreisen

2. Die Aga-Kröten (Cane Toads) sind eine riesige Plage im Northern Territory. Sie töten nicht nur viele endemische Tiere mit dem Gift, das sie absondern, sondern vermehren sich auch wie verrückt: eine Kröte legt 35.000 Eier. Die Australier verabscheuen die Kröten leidenschaftlich, sammeln sie zum Teil in Plastiktüten und töten sie durch Einfrieren.

Aga-Kröte: sieht unschuldig aus, ist aber eine Pest in Australien

3. Termitenhügel sind eines der optisch prägenden Merkmale West- und Nord-Australiens, ragen sie doch in allen erdenklichen Erdtonfarben zum Teil bis zu fünf Meter in die Landschaft hinein. Wenn wir an Termiten denken, denken wir an Schädlinge, die sich durch Häuser fressen. Dabei sind 90% der Termitenarten überhaupt nicht schädlich, sondern – im Gegenteil – sehr nützlich!

Termitenhügel in West-Australien: riesig

Behausung der Kathedralen-Termiten im Litchfield-Nationalpark in Nord-Australien

Behausung der Kathedralen-Termiten im Litchfield-Nationalpark in Nord-Australien

4. Besonders ans Herz gewachsen sind uns in Nord-Australien die Boab Trees (die auf deutsch lustigerweise Affenbrotbäume heißen) mit ihren bauchigen Stämmen und den prächtigen Baumkronen. Die Bäume werden bis zu 30 m hoch, wobei die flaschenförmigen Stämme bei älteren Bäumen oft hohl sind. Einige dieser Hohlräume wurden früher sogar als eine Art Gefängnis genutzt.

Einer der Gefängnis-Boabs mit Dominik im Hintergrund

Einer der Gefängnis-Boabs mit Dominik im Hintergrund

Riesiger Boab Tree mit zwei winzigen Weltreisenden im Vordergrund

Riesiger Boab Tree mit zwei winzigen Weltreisenden im Vordergrund

5. In Australien gibt es rund 350.000 „Grey Nomads“, das sind Rentner, die mit ihrem Wohnmobil mehrere Monat im Jahr in Australien herumreisen. Die Wohnmobile nehmen dabei zum Teil gigantische Ausmaße an und kosten sechsstellige Beträge. Dafür findet sich darin alles, was man so braucht, u.a. auch eine Waschmaschine.

Achtung: Grey Nomads!

 

6. In Indonesien ist es bei Einreise nicht möglich, ein Visum zu bekommen, das länger als 30 Tage gültig ist. Das „normale“ (kostenlose) Visum ist außerdem nicht verlängerbar! Wir mussten uns also gleich ein „Visa on Arrival“ für 35 US-Dollar pro Person kaufen, um dann in später ins Imigrasi Office gehen und das Visum um 30 Tage verlängern zu können, was stets mehrere Tage (!) dauert. Dazwischen kamen uns dann noch die Feiertage nach Ramadan (Idul Fitr), in denen hier alle ihre Familien besuchen und deshalb alles geschlossen ist.

Nur das kostenpflichtige "Visa on Arrival" ist in Indonesien überhaupt verlängerbar.

Nur das kostenpflichtige „Visa on Arrival“ ist in Indonesien überhaupt verlängerbar.

7. Wer in die Tradition der Toraja (im Süden Sulawesis) eintaucht, muss hart im Nehmen sein. Bei Beerdigungen spritzt literweise Blut, wenn hunderte Schweine und dutzende Büffel vor den Augen der Trauergemeinde mit gezielten Messerstichen geschlachtet und ausgeweidet werden. Die Leichen von Babys werden in große Bäume gelegt, damit sie mit dem Baum weiter wachsen. Überhaupt: in vielen Grabstätten liegen Schädel und Knochen offen rum. Gruselig!

8. Deutsche genießen einen guten Ruf auf Sulawesi. Das rührt u.a. daher, dass es deutsche Missionare waren, die im Norden der Insel den christlichen Glauben auf die Insel gebracht haben. Während der EM hingen an vielen sulawesischen Häusern die deutsche Flagge (auch wenn böse Zungen behaupten, der Hauptgrund sei, weil die deutsche Flagge so leicht zu nähen sei). Beliebtester Bundesligaclub ist natürlich der FC Bayern, aber auch Borussia Dortmund („wie heißt noch der andere Verein, der mit den gelben Trikots?“) ist vielen ein Begriff. Und deutsche Wörter haben auch hier Einzug in die Sprache gehalten: Ein Radler heißt auch in Indonesien Radler. Dass deutsche Autobauer beliebt sind, versteht sich da schon fast von selbst.

9. In Sulawesi ohne Indonesisch-Kenntnisse zu reisen, ist wie in Südamerika ohne Spanisch: möglich, aber stellenweise sehr frustrierend, sodass wir Unterkünfte inzwischen auch danach auswählen, ob vor Ort jemand zumindest Englisch spricht.

Keine Chance, sprachlich etwas abzuleiten

Keine Chance, sprachlich etwas abzuleiten

10. In Australien gibt es etwas, das sich „Tall-Poppy-Syndrom“ nennt. Darunter „leidet“ jemand, der versucht, sich besser oder größer als seine Mitmenschen zu machen und damit aus dem Mohnblumenfeld (Mohnblume = poppy) herauszuragen. Dieses Streben wird von den weißen Australiern, die sich als Volk von Gleichen verstehen, nicht gern gesehen und derjenige mit dem Tall-Poppy-Syndrom erstmal wieder auf Normalgröße gestutzt. „Der Gedanke einer Elite ist für Australier im wahrsten Sinne undenkbar.“ Der „Fettnäpfchenführer Australien“ meint dazu: „Es empfiehlt sich, auf Tauchstation zu bleiben, bis man den Leuten in seinem Umfeld ein wenig vertraut ist. Wenn man sich gut kennt, werden der Individualismus und das Streben nach Höherem eher verziehen. Und falls Sie doch, ganz aus Versehen, einmal brillieren, denken Sie dran: Sie haben nur Glück gehabt, allein hätten Sie das nie geschafft und so schwer war’s eigentlich gar nicht.“

Muscheln am 80 Mile Beach in Western Australia

Die 10 Erkenntnisse des vergangenen Monats findet Ihr hier. Alle Erkenntnisse unserer Reise könnt Ihr hier nachlesen.

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