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Quito: 3 Besuche machen noch keinen Städtetrip

In Quito, der Hauptstadt Ecuadors, sind wir auf der Weltreise gleich dreimal. Aber irgendwie keinmal richtig. Die wenige Zeit, die wir dort zwischen Lima, dem Amazonas und den Galapagos-Inseln haben, verbringen wir mit der Suche nach einem Arzt für Claudias entzündeten Arm. Kein Wunder also, dass wir mit der Stadt nicht so richtig warm werden …

Stau vom Flughafen in die Stadt

Hilfreich ist dabei auch sicher nicht, dass Quito so ein langgezogener Moloch mit unheimlich viel Verkehr ist. Leider liegt der Flughafen 37 km östlich der Stadt. Das bedeutet, jede Fahrt in die Stadt oder zum Flughafen dauert 2 Stunden im dichten Verkehr. Wir verbringen also schonmal 8 Stunden zwischen Flughafen und Hotel. Da spricht uns der flotte Werbeslogan, den sich Ecuardor überlegt hat, nicht so richtig an:

All you need is Ecuador

All we need ist freie Fahrt, denken wir, während sich das Taxi ewig durch die engen Straßen schleppt.

Free Walking Tour Quito

Aber auch unsere restlichen Aktivitäten in Quito sind überschaubar. Um uns einen Überblick  zu verschaffen, machen wir zunächst eine Free Walking Tour. Solche Touren gibt es in vielen Städten Südamerikas, gut fanden wir z. B. auch die in La Paz. Sie kosten erstmal nichts, aber die Guides finanzieren sich über das Trinkgeld und also gibt man am Ende doch gern was 🙂 Unsere Tour geht 4 Stunden durch die historische Altstadt von Quito (UNESCO Weltkulturerbe). Hier einige Eindrücke:

 

Erster Arztbesuch der Weltreise

Da mein Arm, der eine ordentliche Schürfwunde vom Sandboarden in Huacachina zu verarbeiten hat, nicht besser, sondern – ganz im Gegenteil – immer schlimmer wird und inzwischen auch recht unappetitlich aussieht, kann ich die Free Walking Tour nicht besonders genießen. Die Galapagos-Tauchsafari ist auch nur noch gut eine Woche entfernt. Dafür will ich unbedingt fit sein – also besorgen wir uns über die deutsche Botschaft eine vermeintlich deutsch-sprechende Hautärztin. Als wir die Praxis endlich finden, stellt sich heraus, dass der Arzt weder Deutsch noch Englisch spricht, allerdings öfter mal Botschaftsangestellte behandelt hat. Na toll.

Nach der langen Anfahrt (wie gesagt: Quito ist groß) zur Arztpraxis, lassen wir uns nicht abwimmeln, und schließlich taucht der Sohn des besagten Arztes auf, telefoniert kurz und sagt uns, im Haus sei eine Kollegin, die frei wäre und Englisch sprechen würde. Um zu ihr vorgelassen zu werden, muss ich erstmal 20 US-Dollar zahlen.Nach kurzer Wartezeit sitzen wir einer sehr hübschen, geschätzt 20-jährigen Ärztin gegenüber. Ich sage meinen Text auf, sie wirft einen kurzen Blick auf die Wunde und meint, die habe sich entzündet (ach was), aber Antibiotika (das ist in Südamerika sehr schnell zur Hand) werde helfen. Tauchen in einer Woche sei kein Problem, ich solle mir keine Sorgen machen.

Rezept in Schönschrift

Rezept in Schönschrift

In einer schulmädchenhaften Schönschrift schreibt sie mir sorgsam auf, wann ich Tabletten (6, 12, 18, 22 Uhr) und Salbe einzusetzen habe. Außerdem gibt sie mir sogar ihre Handynummer und meint, ich könne gern Fragen oder Bilder (besser nicht!) per WhatsApp schicken, falls es nicht besser werde. In Deutschland undenkbar, wir finden sie ganz #reizend.

Krankenversicherung auf Reisen

Der Arztbesuch inklusive Medikamenten und das Taxi, das uns zur Praxis bringt, kostet mich etwas unter 50 Euro. Da ich eine Auslands-Krankenversicherung mit Selbstbeteiligung habe, bekomme ich das Geld nicht erstattet. Da dies der einzige Arztbesuch der Weltreise bleibt, ist das aber auch nicht weiter schlimm. Worauf du bei einer Auslands-Krankenversicherung achten musst, habe ich im Artikel „Krankenversicherung auf Langzeitreise im Ausland: Tipps und Erfahrungsberichte“ für dich zusammengeschrieben.

 

Endlich mal wieder Bratwurst

Unsere ersten beiden Nächte in Quito verbringen wir in einem Hostel im Partyviertel Mariscal, das in Reiseführern als abends gefährlich beschrieben wird, was wir aber glücklicherweise erst hinterher lesen. Dort können wir der Versuchung nicht widerstehen, eine deutsche Mikrobrauerei zu besuchen und endlich mal wieder Bratwurst und Leberkäs zu verdrücken, auch wenn es nicht so lecker wie daheim ist, trotzdem eine köstliche Abwechslung!

German Bratwurst und Leberkäs

German Bratwurst und Leberkäs – schmeckt wie es aussieht 🙂

in der German Micro Brewery

in der German Micro Brewery

Mariscal in Quito. Ecuador

unterwegs in Mariscal

Abschied von Südamerika

Unseren letzten Abend in Quito, der gleichzeitig unser letzter Abend in Südamerika ist, verbringen wir im Café San Blas, einem sehr guten Italiener im historischen Zentrum, dessen Straßen wegen der hohen Kriminalität nachts wie ein Fußballfeld mit Flutlicht ausgeleuchtet werden – surreal!

Der Italiener befindet sich nur wenige Blocks von unserer Unterkunft entfernt, trotzdem lassen wir uns von unserem Hotelwirt den „sicheren“ Weg auf der Karte zeigen. Das Restaurant ist winzig und ziemlich voll, aber wir haben Glück und bekommen den letzten Tisch. Es gibt Antipasti, Nudeln und Pizza (alles lecker!), ein wunderbarer Abschluss für Ecuador und Südamerika.

Bier mit Ausblick im Secret Garden Hostel

Basilica del Voto Nacional in Quito

Basilica del Voto Nacional in Quito

Blick auf die Altstadt von Quito

letzter Blick auf die Altstadt von Quito

Fun Facts Quito

Wusstet ihr, dass Ecuador Ecuador heißt, weil es auf dem Äquator liegt? Wir auch nicht. Klingt aber logisch. Den Äquator, der ca. 20 km außerhalb von Quito liegt, haben wir auf dieser Reise leider nicht mehr besuchen können, es uns aber für nächstes Mal fest vorgenommen. Dort soll man mit Wasser nämlich gute Tricks machen können! Quito ist außerdem die höchstgelegene Hauptstadt der Welt: Sie liegt auf 2850 m!

 

Wie die Weltreise weitergeht?

Nach 2,5 Monaten in Südamerika geht es für uns für 2 Monate nach Mittelamerika. Auf dem Programm stehen:

Ganz schön viele Länder für nur zwei Monate, aber wir genießen die kurzen Einblicke in die bunten Kulturen Mittelamerikas dennoch.

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