Du bist das erste Mal in Nafplion oder hast nicht viel Zeit in der griechischen Stadt auf der Peloponnes? Heute nimmt dich Rebecca mit zu den Top-Sehenswürdigkeiten Nafplion, verrät dir die besten Nafplion-Geheimtipps und kulinarische Nafplion-Highlights. Nicht fehlen dürfen: die palmengesäumte Hafenpromenade mit venezianischem Blickfang, der Syntagma-Platz mit dem Archäologischen Museum, drei Festungsanlagen, der mykenische Palast in Tiryns, griechische Tavernen und Kafenions mit Café Greco. Wenn du nur einen Tag dort hast, erfährst du hier, wie du diesen optimal nutzen kannst und liefert dir alle Nafplion-Tipps, die du für einen perfekten Tag brauchst.
Heute nimmt dich Rebecca vom Blog frei-mutig.de in ihrem Gastartikel mit auf einen perfekten Tag in Nafplion:
Top-4-Sehenswürdigkeiten
Nicht einmal 2 Fahrstunden und ca. 140 km von Athen entfernt liegt Nafplion (auch Nafplio, Navplion oder Nauplio genannt), eine der schönsten Städte Griechenlands. Was viele nicht wissen: Bevor Athen zur Hauptstadt auserkoren wurde, lag das politische Zentrum Griechenlands nach der von den Türken erkämpften Unabhängigkeit von 1829 bis 1834 zunächst in Nafplio. Und das Städtchen am Argolischen Golf hält noch jede Menge weitere Überraschungen für Neugierige bereit: von Blumen eingerahmte Gassen in der Altstadt, eine palmengesäumte Hafenpromenade mit venezianischem Blickfang und Spuren, die weit, weit in die Geschichte zurückführen, einige sogar bis zu den berühmten griechischen Mythen um den Helden Herakles und den großen Erzählungen von Homer.

Wer nach Nafplion kommt, kann eine lebendige und lebenswerte Stadt entdecken. Je nach Lust und Laune lädt dich Nafplion ein, auf archäologische Entdeckungstour zu gehen und das Puzzle seiner abwechslungsreichen Geschichte nachzuvollziehen. Ganze drei Festungsanlagen können zu Fuß oder per Boot erkundet werden. Oder Du tauchst einfach ein in das gelassen-mediterrane Lebensgefühl der Griech:innen, am besten bei leckerem Essen in einer der zahllosen gemütlichen Tavernen oder in einem Café bei einer Tasse café greco, dem starken griechischen Espresso.
Nafplion und seine nähere Umgebung verdienen es, ausgiebig erkundet und genossen zu werden. Da wir allerdings nur einen Tag Zeit für einen Besuch haben, sollten wir auf keinen Fall die folgenden vier Highlights verpassen:
1. Bummel durch die malerische Altstadt

Man betritt Nafplion von Osten: Das letzte erhaltene Stadttor, gekrönt mit einem venezianischen Löwen, führt direkt in die Fußgängerzone des 14.500-Einwohner:innen-Städtchens. In den Straßen und engen Gassen kannst Du nach Herzenslust flanieren und griechische Lebensart entdecken. Die Altstadt ist überschaubar und lässt sich leicht innerhalb eines Vormittags zu Fuß erkunden. Viele Wege sind gesäumt von rot und pink leuchtenden Bougainvilleen. Links und rechts der Hauptstraße locken zahlreiche Geschäfte:

Ob Mode, Schuhe, Schmuck, Wein oder Bücher, Nafplion hat für jeden Geschmack und jedes Preisniveau etwas im Angebot. In den Seitenstraßen und an lauschigen Plätzen laden jede Menge Tavernen, Kneipen und Cafés zu einem Zwischenstopp ein. Und weil das Wetter in Nafplion auch im Winter sehr mild ist, kann man fast das ganze Jahr draußen sitzen.
2. Syntagma-Platz und Archäologisches Museum
Alle Wege führen schließlich zum mit Marmor gepflasterten Syntagma-Platz. Der großzügige Platz im Herzen von Nafplion mit einer beeindruckenden Platane in seiner Mitte erinnert eher an eine italienische Piazza denn an eine griechische Agora. Der Eindruck täuscht nicht: Lange bevor Griechenland seine Unabhängigkeit von den Ottomanen erkämpfte, stand es unter der Verwaltung der Seemacht Venedig.

Schönstes Gebäude aus der Zeit der venezianischen Herrschaft am Syntagma-Platz ist die ehemalige Reiterkaserne. In dem imposanten Bauwerk aus dem 18 Jahrhundert befindet sich heute das Archäologische Museum mit vielen prähistorischen und mykenischen Funden aus der Umgebung. Ein Besuch lohnt sich schon allein, weil hier die weltweit einmalige Bronzerüstung aus Dendra zu sehen ist.
3. Hafenspaziergang und kurze Bootstour zur Festung Boúrzti
Hinter dem Syntagma-Platz, nur wenige Schritte weiter, erreicht man das Wasser. Am Hafenbecken fällt der Blick sofort auf das Wahrzeichen der Stadt: die kleine venezianische Festung auf einer Insel im Argolischen Golf, Boúrtzi genannt.

Die Aussicht ist einfach phänomenal. Zeichnungen im Militärmuseum zeigen, dass früher zwischen der Insel und dem Festland riesige Ketten gespannt waren, um feindliche Schiffe abzuwehren. Heute kann man mit einem Boot ohne Probleme innerhalb von Minuten zu dem Postkartenmotiv übersetzen und sich die Festung genauer ansehen, die auch schon Gefängnis und Hotel war und heute eine Ausstellung beherbergt.

Zurück auf dem Festland hast du die Qual der Wahl: Probierst du eines der noblen Fischrestaurants mit Blick auf blendend weiße Yachten, spazierst du noch ein wenig entlang der Palmenpromenade Richtung Leuchtturm oder entspannst du in einem der schicken Hafencafés mit Loungemöbeln bei einem erfrischenden Café Frappé, einem der Lieblingsgetränke der Griech:innen?
4. Besuch des mykenischen Palastes in Tiryns
Nicht einmal 5 km außerhalb des Stadtzentrums von Nafplion befindet sich eine der bedeutendsten archäologischen Stätten der Bronzezeit: die Burg Tiryns. Neben Mykene und Pylos war Tiryns um 1200 vor Christus ein bedeutendes Herrschaftszentrum im östlichen Mittelmeer.
Schon wenn du dich dem Palast in Tiryns näherst, gerätst du unweigerlich ins Staunen und fragst dich: Handelt es sich um ein Werk von Kyklopen? Wer die gigantischen Überreste der Mauern von Tiryns bestaunt, könnte beginnen, an Mythen zu glauben. Bis zu 10 m hoch und 8 m breit türmen sich die riesigen, grauen Felsblöcke der massiven Befestigungsanlage. Kein Wunder, dass die Menschen ihnen irgendwann den Namen „Kyklopenmauern“ gegeben haben. Wer sonst als die einäugigen Riesen wäre in der Lage gewesen, die tonnenschweren Steine zu bewegen?

Wer Tiryns heute betritt, ahnt noch etwas vom Glanz des mykenischen Zeitalters, bevor ein Erdbeben die Burganlage weitgehend zum Einsturz brachte. Über eine breite Rampe erreichst du das wuchtige Eingangstor, das stark an das berühmte Löwentor in Mykene erinnert. In den riesigen Blöcken links und rechts sieht man noch die Aussparungen für den Balken, der das Tor verriegelt hat. Eine Treppe führt hinab zur Ostgalerie, ein spitzes Gewölbe aus den wuchtigen Steinquadern. Wer sich traut, schreitet die 30-m-lange Galerie einmal auf und ab.
Weiter oben, im Herzen Burg, erkennst du noch gut die Strukturen des einstigen Palastes: von Säulen umgebene Innenhöfe, Mauerreste der Wohnräume und den Thronsaal mit einem großen, runden Herd in der Mitte. Sogar das Badezimmer der Königin mit eigenem Wasserabfluss ist zu sehen.
Beim Entdecken ihrer steinernen Zeugen, kommt man den Menschen, die vor über 3.000 Jahren in Tiryns gelebt haben, unglaublich nah. Und ihren Geschichten: Der Legende nach soll einst sogar Herakles in diesen Mauern gewohnt haben. Der stärkste Mann der Welt hat in der Gegend um Nafplion den griechischen Mythen zufolge auch seine berühmten zwölf Aufgaben erledigt. Geschichtsinteressierte sollten diesen Ort also auf keinen Fall verpassen.
Die Ausgrabungsstätte in Tiryns erreicht man innerhalb weniger Minuten entweder mit dem Bus (Richtung Argos oder Archaia Tirintha) oder per Taxi (über Hotel rufen lassen).
Was können wir uns sparen?
Das Militärmuseum zeigt die Geschichte der griechischen Armee, die Ausstellung ist in meinen Augen nur etwas für Spezialisten.
Schönster Blick auf Nafplion

Den spektakulärsten Blick hinab auf die Dächer von Nafplion und die Bucht bis hinüber nach Argos hast du von der Palamídi-Festung aus. Die Verteidigungsanlage der Venezianer aus dem 18. Jahrhundert liegt hoch oben auf einem gewaltigen Felsen. Wer nicht die 999 Treppenstufen nach oben steigen möchte, kann die Festung auch mit dem Auto von der Rückseite erreichen, oder, noch einfacher, die etwas niedriger gelegene Aussicht von Akronauplía genießen.
Den ältesten Teil der Stadt mit gut sichtbaren Resten ehemaliger Befestigungsanlagen erreichst du von der Altstadt über einen Treppenweg innerhalb weniger Minuten. Nafplion-Geheimtipp: Die Sicht auf den Golf und die Boote im Hafen ist, besonders bei Sonnenuntergang, magisch.

Kulinarische Naflio-Tipps
Die in Deutschland bekannten griechischen Klassiker – Souvláki-Spieße vom Grill, cremiges Moussaká und einen bunten griechischen Salat mit Feta – bekommst du natürlich auch in Nafplion. Darüber hinaus solltest du unbedingt auch einmalwürzige Keftédes (Hackfleisch-Bällchen), knusprige Zucchinibällchen oder gefüllte Weinblätter (Dolmadhes) probieren. Ich empfehle die Taverna Byzantio (manchmal auch „Vyzantio“ geschrieben) in der Straße Vasileos Alexandrou 15, ein blumenumranktes, gemütliches Lokal in einer schmalen Gasse der Altstadt. Und wenn’s schnell gehen soll, gönn’ dir eine leckere Pita Gyros mit Tzatziki und Pommes!
Tipps für perfekte Mitbringsel
Beim Einkaufen solltest du besonders auf diejenigen Produkte achten, die direkt aus Griechenland und der Region Argolis bzw. vom Peloponnes kommen:
- Oliven,
- Olivenöl,
- Olivenseife,
- Honig oder griechische Kräuter
passen in jeden Koffer und eignen sich perfekt als Mitbringsel für die Daheimgebliebenen.
Ein Souvenir, das es nur hier gibt, sind Komboloi. Die traditionellen griechischen Perlenketten, die an einen Rosenkranz erinnern, sind ein vor allem bei älteren Griech:innen beliebtes Mittel zum Spielen und zur Beruhigung. Wenn du genau hinsiehst, wirst du viele Einheimische finden, die ihr Komboloi beim Besuch im Kafenion (griechisches Kaffeehaus) in den Händen halten.
Was kann man an einem Regentag machen?
Wenn es draußen ungemütlich ist, empfehle ich einen Besuch im Museum. Besonders sehenswert ist das Archäologische Museum. Es befindet sich in einem imposanten Gebäude aus der venezianischen Zeit am zentralen Syntagma-Platz, mit vielen eindrucksvollen Fundstücken, die von der Steinzeit bis zur römischen Antike reichen, darunter die berühmte Bronzerüstung aus Dendra.
Spartipps für Nafplion
Von November bis März ist jeden ersten Sonntag im Monat der Museumseintritt frei, außerdem am 18. Mai (Internationaler Museumstag) und am 28. Oktober (Nationalfeiertag). Jederzeit gratis zu besichtigen ist die Akronauplía-Festung, darunter gibt es mehrere frei zugängliche Badebereiche mit Steinstrand.
Anreise und Fortbewegung
Die Altstadt von Nafplion ist überschaubar und lässt sich perfekt zu Fuß erkunden.
Von Athen aus gelangt man mit dem Bus oder dem Auto innerhalb von rund 2 Stunden nach Nafplion (140 km Entfernung). Von Korinth sind es 50 km bis Nafplion. Züge gibt es nicht. Der KTEL-Bus ist günstig und pendelt mehrmals täglich zwischen Athen und Nafplion (aktueller Busfahrplan).
Ein Mietwagen lohnt sich vor allem, wenn du mehrere Tage in der Region unterwegs bist und auch die nähere Umgebung der Peloponnes erkunden möchtest. Allerdings ist zu beachten, dass die Altstadt von Nafplion für den Autoverkehr weitgehend gesperrt ist. Kostenlos parken kannst du am Hafen oder entlang der Straße des 25. März (25is Martiou).
Geheimtipp: Wer mit dem Auto fährt, sollte unbedingt am Kanal von Korinth einen Zwischenstopp einlegen und sich die gewaltige Schiffspassage ansehen!
Hoteltipp für Nafplion
Ich empfehle das Grand Sarai Hotel. Das markante rote Gebäude liegt zentral und eignet sich perfekt als Ausgangspunkt, um die Stadt zu erkunden. Die Zimmer in dem geschmackvoll renovierten Altbau sind modern eingerichtet und verfügen über Balkone mit zum Teil atemberaubender Aussicht. Der Service des familiengeführten Hotels ist ausgezeichnet. Außerdem gibt es eine kleine Terrasse, auf der man gemütlich frühstücken kann.
- Website Grand Sarai Hotel Nafplion
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♥ Lieblingsort

Mein persönlicher Lieblingsort ist die kleine Terrasse des Hotels Grand Sarai, auf der man beim Frühstück oft die Gesellschaft einer Katze bekommt. Hier lässt sich der bevorstehende Urlaubstag perfekt planen.
♥ Lieblingsfoto

Mein Lieblingsfoto ist aus meinem letzten Urlaub und zeigt die palmengesäumte Hafenpromenade von Nafplion in der Dämmerung im Lichte zahlreicher Cafés und Restaurants mit Blick auf Segelboote.
Über Rebecca und Frei-Mutig

Rebecca Broich lebt in Münster und bloggt auf frei-mutig.de über Minimalismus, gute Gewohnheiten, geordnete Finanzen und bewusste Auszeiten, für ein einfach besseres Leben. Für Weltreize hat sie uns schon ihre besten Münster-Tipps für einen perfekten Tag verraten. Außerdem kannst du im Interview auf Modern Sabbatical lesen, wie ihre Wanderung auf dem Jakobsweg war und was diese mit ihrem Mindset gemacht hat.
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Dieser Gastartikel ist der #104. Artikel in der Weltreize-Serie „Ein perfekter Tag in“. Darin verraten dir andere Reisende und das Weltreize-Team die besten Tipps für einen Ort, vor allem für deinen ersten Besuch oder wenn du eben nur einen Tag dort bist. Diese perfekten Tag könnten dich ebenfalls interessieren:
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Danke für diesen informativen Bericht.