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Elbe-Radtour 2: April ist ein komplexer Reisemonat

Mit einer Freundin bin ich unterwegs auf dem Elbe-Radweg. In einer Woche fahren wir die 300 km von Dresden bis Magdeburg. Hier berichte ich jeden Tag von unseren Erlebnissen. Heute ist der erste richtige Radfahrtag. Es geht von Dresden bis Riesa. 

Von Dresden über Meißen bis Riesa, Strecke: 52 km

Frühstück mit Senioren

Um mein Blogtagebuch zu schreiben, stehe ich jeden Morgen einen Ticken früher auf und setze mich in den Frühstücksraum des Hotels. Statt des umfangreichen Büfetts gibt es bei mir nur den obligatorischen Latte Macchiato. Außer mir füllt auch eine Reisegruppe Senioren den Raum, die in einer für sehr schwerhörige Menschen gut verständlichen Lautstärke lustige Sprüche klopfen. Wie Frühstücksfernsehen also. Aber schön, die Jüngste zu sein ;-).

 

Sattelproblem gelöst

Die Gepäcktaschen werden auf unerklärliche Art jeden Tag voller und schwerer. Und das liegt nicht daran, dass wir Shampoo oder Schuhlöffel aus den Hotels mitnehmen. Wir schleppen sie runter in die Tiefgarage, wo unsere Räder auf uns warten. Wie sich herausstellt, lässt sich mein Sattelproblem recht einfach lösen. Heute ist übrigens Ostersonntag, weshalb wir vom Hotel ein Lindt-Häschen zum Abschied bekommen <3

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Gegen 9:15 Uhr machen wir uns auf den Weg, Foto vom Goldenen Reiter, schnell ein Brötchen auf die Hand beim Stadtbäcker und dann geht’s wirklich los.

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Noch ein Blick zurück auf Dresden.

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Auch eine adrett geschnittene Baumallee lässt uns kurz stoppen.

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Wir fahren auf der rechten Elbseite entlang. Die Elbe-Radweg ist 1A ausgeschildert, und an der Strecke gibt es überall Automaten für Fahrradschläuche. Für heute sind Böen und beachtliche Windstärken angesagt, und allzu bald bekommen wir den starken Gegenwind zu spüren. Radfahren ist diesmal harte Arbeit.

Mittags in Meißen

Nach drei Stunden, in denen ich meine Regenjacke fünfmal an- und ausgezogen habe, erreichen wir endlich Meißen. Dort bietet die Touri-Info einen tollen Service für Radfahrer an: Man kann sein Fahrrad für 1,50 Euro in einen abschließbaren Raum stellen. Wem das noch nicht sicher genug ist, der kann seine Satteltaschen in Schließfächer packen. So können wir mit leichtem Gepäck über die kopfsteingepflasterten Straßen der gut erhaltenen kleinen Stadt flanieren.

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Marktplatz in Meißen

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Die Altstadt ist sehr gut erhalten.

Auf dem Weg zur Albrechtsburg erwischt uns ein Hagelschauer (!). Wie sagten schon die Bloggerkollegen vom Blauen Gnu? „April ist ein komplexer Reisemonat.“

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Hagelkörner auf Kopfsteinpflaster. Glücklicherweise zieht die Schlecht-Wetter-Front genauso schnell weiter wie sie gekommen ist.

Das Positive an dem starken Wind ist, dass auch das schlechte Wetter schnell vorbeizieht. Oben auf der Burg scheint die Sonne.

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Der Dom von Meißen oben auf der Albrechtsburg.

Wir nutzen die schönen 30 Minuten für einen Kaffee mit Ausblick im Café am Dom.

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Vom Café haben wir einen Panoramablick auf Meißen und das umliegende Elbland.

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Auf dem Weg zurück „nach der Stadt“ begegnet uns ein Trio Einrad-radelnder Postboten, das zwischen zwei Häusern in einer Nebengasse auf Hochseilen unterwegs ist.

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Zurück auf dem Marktplatz finde ich wieder ein Stück Streetart. Ich bin immer noch im London-Streetart-Modus. Ein umhäkelter Baumstamm:

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In Meißen finden wir diesen liebevoll umhäkelten Baumstamm. Ist das schon Streetart?

Auf nach Riesa

Am Nachmittag ist das Wetter weiterhin windig, aber zumindest scheint die Sonne, und die Frühlingslandschaft lässt uns unseren Kontrahenten Wind gelegentlich fast vergessen. Wir haben noch 25 km vor uns. Das Gute an einer Radtour im April ist, dass die Radwege und Rastplätze leer sind und wir auf den Radwegen kaum andere Menschen sehen. Außerdem blüht alles, was die Luft nach Frühling duften lässt.

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So hatten wir uns das vorgestellt (plus mit ohne Wind).

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Riesa: Wo sind denn alle?

Um 17:30 Uhr kommen wir endlich total erschöpft in Riesa an. Bei Gegenwind fühlen sich 50 km auf der Karte eher wie 100 reale Kilometer an! Riesa ist aus der Distanz nicht gerade eine Schönheit, viele DDR-Bausünden kompakt versammelt. Immerhin, alle haben Elbblick. So auch wir von unserem Hotelzimmer.

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Auf der Suche nach einem Restaurant fürs Abendessen radeln wir durch die leergefegten Straßen. Wo sind denn alle? Vorm Kino stehen ein paar Leute, aber „Fast & Furios 8“ (!) oder die Schlümpfe sind jetzt nicht das Richtige. Wir radeln weiter bis zum alten Rathausplatz. 

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Klosterkirche St. Marien von Riesa

Der Ratskeller scheint das einzige geöffnete Restaurant der Stadt zu sein. Er beheimatet inzwischen das griechische Restaurant Kreta. Jetzt finden wir auch heraus, wo alle sind. Hier. Kein Tisch mehr frei! Ok, es ist auch Ostersonntag. Aber Abendessen an der Bar ist ja auch was Schönes. Dann geht’s wenigstens schnell mit den Getränken…

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Friedlich ruht die alte Klosteranalage von Riesa bei Nacht.

Wir haben also unseren ersten Radfahrtag überstanden. Morgen haben wir in etwa dieselbe Distanz vor uns: von Riesa geht es nach Torgau. 

2 Kommentare zu “Elbe-Radtour 2: April ist ein komplexer Reisemonat

  1. Sabine

    Hallo Claudia,
    Euer Aprilwetter war aber wohl noch komplexer als unseres… Von Dresden über Meißen nach Riesa sind wir übrigens letztes Jahr gefahren. Aber nur um die Nudelfabrik dort zu besuchen. Schön, dass es hier mal ein paar Eindrücke von Riesa-City gibt. Mit dem Auto war die Gegend ja etwas langweilig.
    Viele Grüße von Sabine

    1. Claudia Autor des Beitrags

      Hallo Sabine,
      die Nudelfabrik haben wir leider verpasst. Waren am Vortag in Dresden in der Pastamanufaktur essen und da war unser Pasta-Bedarf erstmal gedeckt… Ich kann mir gut vorstellen, dass es über Riesa nicht so viele Berichte und Bilder gibt. Die Stadt ist aber auch wirklich etwas hässlich, vor allem aus der Ferne. Als wir dann mit dem Rad durch die Altstadt sind, konnten wir aber doch noch ein paar schöne Ecken entdecken 🙂
      Viele Grüße
      Claudia

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