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Warum Bali immer eine Reise wert ist

Bali gilt als das Mallorca der Australier und der Traum Asiens für viele Europäer. Wir hatten die Insel 2011 schon bereist (Candi Dasa, Gili Air, Tulamben, Amed, Ubud, Seminyak), aber da unser nächster Langstreckenflug von Bali nach Bangkok geht, verbringen wir noch ein paar Tage im Norden Balis. Urlaub vom Reisen sozusagen, vielleicht nochmal Tauchen? Auf jeden Fall müssen wir unsere letzten drei Weltreise-Länder (Myanmar, Äthiopien, Tansania) planen, die haben es nämlich in sich!

Was wir also suchen ist Ruhe, Strand, Tauchgebiete, schnelles Internet und eine hübsche Unterkunft nach den ganzen Bruchbuden auf Flores. Da sehen unsere Unterkünfte nämlich in etwa so aus:

Bruchbude in Strandnähe

Bruchbude in Strandnähe

Na gut, ganz so schlimm war es nicht. Aber es ging zumindest in diese Richtung. Jedenfalls sehnen wir uns mal wieder nach einer netten Unterkunft in einer ruhigen Gegend. Wir entscheiden uns für Pemuteran im Nord-Westen der Insel. Zwar weit weg vom Flughafen und nicht günstig, aber mit dem Ruf, noch recht idyllisch zu sein.

Hilfe für den Laptop?

Auf dem Weg vom Flughafen machen wir einen Abstecher zu einem der wenigen lizensierten Apple-Servicehändlern in Asien, um Dominiks Laptop dort zur Reparatur zu geben. Dominik hatte das MacBook extra neu für die Weltreise gekauft. Doch von wegen gute Qualität – nach zehn Monaten ging der Rechner nicht mehr an, ausgerechnet in der Abgeschiedenheit Sulawesis… 

Ozeane trennen uns vom nächsten Apple-Shop. Nach sechs Wochen abseits der Zivilisation ruhen dann all unsere Hoffnungen auf Denpasar/Bali. Und wir haben zunächst Glück. Der Laden hat auch sonntags geöffnet. Leider nur der Verkaufsshop, nicht der Service. Die Shop-Mitarbeiter weigern sich, das Gerät anzunehmen um es am nächsten Tag an den Service weiterzugeben. Und der Weg von Denpasar nach Pemuteran ist mit 3 Stunden zu weit und zu kostspielig, um einfach mal kurz hinzufahren. Mit hängenden Köpfen ziehen wir ab, so kurz vorm Ziel. Dann muss es halt eine Woche später in Bangkok klappen.

Bali: trotzdem wunderschön

Obwohl Bali so touristisch ist, hat es kaum etwas von seiner Schönheit und seinem Charme verloren. Überall kleine Tempel mit den typischen wunderbaren Steinmetzarbeiten. Gut ausgebaute (oft aber auch verstopfte) Straßen, kleine Cafés an Aussichtspunkten laden zum Verweilen ein. Alles ist auf die Besucher eingestellt. Von Einsamkeit keine Spur, dafür ist das Reisen hier einfach. Nach zwei Dritteln der Strecke machen wir Halt: Fotostopp. Vor uns erstreckt sich der weite Blick auf ein Panorama von zwei Seen in einem weiten Tal in der Inselmitte.

Aussichtspunkt im Inselinneren mit Blick auf die Seen Danau Buyan

Aussichtspunkt im Inselinneren mit Blick auf die Seen Danau Buyan

Geschäftstüchtig wie die Balinesen sind, haben sich dort ein paar kleine „Restaurants“ mit Plastikstühlen und Aussicht angesiedelt. Außerdem zeigt ein Mann seine kleine Sammlung an exotischen Tieren, mit denen die Touris – gegen Geld natürlich – Fotos machen können. Wie immer gibt es ein paar Unbelehrbare, die schon immer mal eine Python um den Hals oder einen Flughund von der Hand baumelnd haben wollten.

Der Leguan erträgt sein Schicksal gelassen.

Der Leguan erträgt sein Schicksal gelassen.

Der Flughund verschläft einfach das Spektakel

Der Flughund verschläft einfach das Spektakel

Kleines Paradies in Pemuteran

In Pemuteran angekommen sind wir begeistert von unserer Unterkunft, lediglich fünf Bungalows, abgelegen, inmitten einer wild-blühenden Gartenanlage, im Hintergrund die Berge. Als Dauerbucher von booking.com haben wir einen guten Rabatt bekommen, wie mir Constantin, der Besitzer des Rhipidura, bestätigt. 

Die Internetverbindung ist so schnell wie versprochen und der schwarze Vulkanstrand nur einen kurzen Spaziergang über einen Feldweg entfernt. 

Leider haben wir nur vier Nächte gebucht, wollen aber verlängern. Da das Rhipidura ausgebucht ist, ziehen wir ein paar Meter weiter in die Mimpi Nyata Villa, die erst vor wenigen Wochen eröffnet wurde. Die Unterkunft ist etwas moderner und stylischer:

Vor der Anlage steht wie überall auf Bali ein kleiner Haustempel oder -schrein, wo täglich Gaben wie Essen, Trinken und Räucherstäbchen für die Götter abgelegt werden:

Haustempel vor unserer Unterkunft: mögen die Götter mit euch sein

Haustempel vor unserer Unterkunft: mögen die Götter mit euch sein

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Am Strand erwartet uns die winzige Kononk Bar, wo es Cocktails, Bier und wahlweise Würstchen oder Fisch mit Pommes gibt. Ganz nach unserem Geschmack!

Winziger kann eine Strandbar kaum sein, aber es reicht für einen Kühlschrank und einen kleinen Grill. Perfekt!

Winziger kann eine Strandbar kaum sein, aber es reicht für einen Kühlschrank und einen kleinen Grill. Perfekt!

Plätze mit Aussicht

Und sogar ein kleines Blümchen wächst bei der Strandbar.

 

Als wir dem Strand in östlicher Richtung folgen, kommen wir nach zehn Minuten zu einer Bucht, in der sich eine Hotelanlage an die nächste reiht. 

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In dem kleinen Feldweg, an dem das Rhipidura liegt, gibt es einen Kiosk und den kleinen Warung Kadek Merry. Mit leckeren balinesischen Spezialitäten wie Sate Ayam (kleine, gegrillte Hühnchenspieße mit Erdnusssauce und Reis), Nasi Goreng (gebratener Reis mit Gemüse) oder Pad Thai (thailändisches Nudelgericht).

Warung Kadek Merry - ein Warung ist ein kleines Restaurant, das von Einheimischen betrieben wird.

Warung Kadek Merry – ein Warung ist ein kleines Restaurant, das von Einheimischen betrieben wird.

An der Hauptstraße befinden sich etliche Restaurants, Bars, Hotels und Tauchgeschäfte. Wer Anbindung sucht, findet sie hier.

 

Tauchen im Menjangan Nationalpark

Natürlich haben wir es uns dann nicht nehmen lassen, im Nord-Westen Balis noch einmal Tauchen zu gehen. Es sollten auch die letzten Tauchgänge der Weltreise sein. Für 80 Euro pro Person (zwei Tauchgänge, inkl. Equipment) buchen wir bei Ocean Dreams einen Tagesausflug in den Menjangan Nationalpark. Die Tauchplätze um die kleine Insel Menjangan haben einen hervorragenden Ruf und wir machen uns gespannt auf den Weg.

Nachdem im Tauchladen von Ocean Dreams an der Hauptstraße hektisch das Equipment für alle zusammengesucht wurde, geht es mit zwei vollbesetzten, schrottigen Minibussen zum Hafen. Dort angekommen sind wir geschockt von den Massen. Es wimmelt nur so vor Tauchern und kleinen, schrottigen Holzbooten.

Das reinste Verkehrschaos am Hafen vom Menjangan Nationalpark. Dutzende Minibusse rangieren wild auf engstem Raum hin und her.

Das reinste Verkehrschaos am Hafen vom Menjangan Nationalpark. Dutzende Minibusse rangieren wild auf engstem Raum hin und her.

Hier stehen wir in einer Menge von Touristen herum, bis alle Formalitäten für das Betreten des Nationalparks erledigt sind und ein altes, klappriges Boot für uns gefunden ist.

Hier stehen wir in einer Menge von Touristen herum, bis alle Formalitäten für das Betreten des Nationalparks erledigt sind und ein altes, klappriges Boot für uns gefunden ist.

Eine Weile stehen wir wie bestellt und nicht abgeholt herum, dann wird uns das am tiefsten im Wasser liegende Boote zugewiesen und die ca. einstündige Fahrt zur kleinen Insel beginnt. Ob das mal gut geht?! Außer uns sind noch vier Schnorchler an Board, alle sprechen deutsch.

Eel Garden, Cave Point & Blue Corner

Die beiden Tauchgänge im Eel Garden und am Cave Point / Blue Corner sind für mich eher enttäuschend. Wir sind zuletzt an extrem guten Plätzen (Bunaken, Lembeh, Komodo) getaucht und damit ziemlich verwöhnt. Aber die Unterwasser-Sicht ist nicht besonders und die meisten Fische scheinen auch bereits von den täglichen Massen an Schnorchlern und Tauchern vertrieben. Wobei ich zugeben muss, dass wir unter Wasser kaum anderen Tauchern begegnen. Es verteilt sich also ganz gut. Zwischen den beiden Tauchgängen machen wir, gemeinsam mit all den vielen anderen Touristen, Mittagspause auf der kleinen Insel Menjangan. Ein wenig idyllisches Erlebnis, auch wenn es schön ist, das klapprige Boot für eine halbe Stunde gegen festen Boden einzutauschen.

Wunderschön im Menjangan Nationalpark - aber ein Gefühl von Idylle und Abgeschiedenheit kommt nicht auf...

Wunderschön im Menjangan Nationalpark – aber ein Gefühl von Idylle und Abgeschiedenheit kommt nicht auf…

Was wir sehen

Unter Wasser begegnen uns diese Arten: eine sandige Fläche, auf der etliche kleine Sandaale aus Löchern aus dem Boden schauen – deswegen heißt der Tauchplatz auch „Eel Garden“. Außerdem sehen wir einen Weißspitzenriffhai, ein Zwergseepferdchen, Trompetenfische, Stachelmakrelen, eine Drahtkorallengarnele, eine Schule Barrakudas, Kugelfische, eine Diskomuschel, Muränen, Rotfeuerfische, Skorpionfische, Kaiserfische und Süßlippenfische.

Versunkene Tempel?

Ein paar Tage später geht Dominik direkt vor Pemuteran erneut tauchen (mit Arum Bali Dive), bei Temple Garden, Temple Wall und dem Garden of the Gods. Er ist mit dem Tauchguide ganz allein unterwegs. Die Idee hinter diesen Tauchplätzen ist faszinierend. Beim Temple Garden wurden z.B. 2005 diverse Stein-Statuen, die wichtige hinduistische Gottheiten darstellen, versenkt. So sollten neue, künstliche Riffe entstehen und die natürlichen Riffe entlastet werden. Allerdings sind die Tauchgänge dort ebenfalls eher enttäuschend: schlechte Sicht und wenig Fisch.

 

Buchtipp

Zum Tauchen in dieser Region können wir das Buch „Tauchen rund um Bali, Lombok und Komodo: Reiseführer für individuelles Entdecken“ von Stefan Blank und Simone Schrempf (Reise Know-How) empfehlen. Es enthält detaillierte Beschreibungen der Tauchspots mit Fotos, Strömungen und Schwierigkeitsgrad sowie Erklärungen zu Unterwasserphänomenen wie der Diskomuschel.

Reiseplanung, Reiseplanung, Reiseplanung

Neben dem Tauchen machen wir vor allem eines: unsere weitere Reise planen. Wir buchen eine Unterkunft für Myanmar, damit wir das Visum beantragen können. Das können wir glücklicherweise online tun. Es kostet 50 US-Dollar und wird uns innerhalb von zwei Stunden per Mail zugestellt. Danach zurren wir unsere Route fest. Da wir nur elf Tage in Myanmar haben, müssen wir unsere Zeit dort genau planen, damit wir etwas vom Land sehen.

Wir buchen den Flug von Bangkok nach Yangon und den Rückflug von Mandalay nach Bangkok (beides Air Asia). Dominik schreibt an Apple, damit die anstehende Laptop-Reparatur noch im Rahmen der mittlerweile ablaufenden Garantiezeit übernommen wird. Daneben mailen wir unzählige Touranbieter in Äthiopien an, die wir in den Reiseführern finden. Die habe ich mir bei den Hamburger Bücherhallen elektronisch aufs Handy ausgeliehen. Schließlich buchen wir unsere Unterkunft für zwei Nächte in Bangkok. So vergehen die Tage auf Bali wie im Fluge und ehe wir es uns versehen, sitzen wir auch schon in der Thai-Airways-Maschine auf unserem fünfstündigen Flug nach Bangkok…

Bye-bye Bali. Schön war’s!

 


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